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mjB scheidet im Achtelfinale der Deutschen Meisterschaft gegen TSV GWD Minden aus

Veröffentlicht in Handball-Aktuell Jugend » Handball-Aktuell männliche Jugend am Montag, 23. April 2018

„Wunder gibt es immer wieder, heute oder Morgen können sie gescheh’n“ trällerte Katja Ebstein in den 70er-Jahren. Leider stellte sich ein solches im Achtelfinal-Rückspiel nach der 23:15 Niederlage im Hinspiel nicht ein und unsere Jungeulen mussten sich letztlich nach großem Kampf mit 24:25 in eigener Halle geschlagen geben. Der Traum vom Viertelfinale ist damit leider ausgeträumt.

In einer proppenvollen Günter-Braun-Halle (ca. 300 Zuschauer) war alles für ein großes Handball-Fest bereitet. Jedem in der Halle war bewusst, dass sehr viele Dinge gegen einen starken Gegner zusammenkommen müssen, um die Sensation zu schaffen und den 8-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel zu egalisieren. „Wir gehen mit der Einstellung ins Spiel, dass es heute bei 0:0 losgeht und wir unseren Fans und uns selbst ein Spektakel bieten wollen. Wenn wir ins Rollen kommen, glauben wir daran, dass im Sport alles möglich ist!!!“ gaben die Trainer die Marschrichtung vor. Eines wurde sehr schnell klar. Die Hoffnung, dass sich Minden nach dem deutlichen Hinspielerfolg vielleicht etwas zu sicher fühlen könnte, war schon nach 7 Minuten komplett zerschlagen. Maxim Orlov, Jonah Jungmann, Timo Stoyke per Siebenmeter und Jannik Rosemeier brachten ihre Mannschaft mit 5:1 in Führung. Natürlich alles andere als ein optimaler Start für unsere Jungs. In der 13. Minute führten die Junglöwen aus Dankersen sogar mit 8:3. Wer da allerdings von einer Art Vorentscheidung ausging, sah sich in den nächsten Minuten getäuscht. Unsere Abwehr bekam den Gegner immer besser in den Griff und es folgte ein 8:1-Lauf unserer Jungs. Nachdem beim Stande von 8:9 der Trainer von Minden eine Auszeit nahm, um die sehr starke Phase der Jungeulen zu unterbrechen, gelang kurz darauf der Ausgleich, Adrian Cule hielt einen Siebenmeter von Maxim Orlov und Bjarne Hartmann sorgte mit seinem Treffer zum 10:9 für die erste Führung unseres Teams. Das TSG Sportzentrum stand Kopf, „Fliegt, Eulen, fliegt“ schallte es von den Rängen. Mit 11:11 ging es in die Pause, über die vor allem das Mindener Trainerteam dankbar war, wie sie nach dem Spiel einräumten.

„Können es unsere Jungs vielleicht tatsächlich noch schaffen? Wie kommen die Jungeulen aus der Kabine? Wie finden sie ins Spiel? Zeigen die Mindener doch noch Nerven?“ Solche und ähnliche Fragen stellten sich die Zuschauer in der Halbzeitpause. Und der Beginn der zweiten Hälfte nährte die Hoffnungen auf das Wunder. Ein 4:1-Lauf brachte die Jungeulen mit 15:12 in Front und bis zur 32. Minute hielt der 3-Tore-Vorsprung bis zum zwischenzeitlichen 17:14. Eine noch höhere Führung verhinderte der erneut sehr stark spielende Gäste-Torhüter Lucas Grabitz oder – je nach Sichtweise – die Chancenverwertung unserer Jungs. Maxim Orlov und Luka Wilbrandt, mit jeweils 10 Treffern die Topscorer der Partie, lieferten sich in der zweiten Hälfte ein wahres Wettschießen und es war dem Halbrechten aus Minden vorbehalten in der 37. Minute zum 17:17 auszugleichen. In den Folgeminuten kristallisierte sich dann heraus, dass die Entscheidung über das Weiterkommen gefallen war, Minden übernahm mit 19:21 die Führung. Auszeit Friesenheim, in der noch einmal alle Kräfte und Konzentration gesammelt wurden, um zumindest noch den Heimsieg zu erringen. Und tatsächlich, auch ein weiterer Gegentreffer von Timo Stoyke und dem damit verbundenen 3-Tore-Rückstand, hinderte unser Team nicht daran erneut zurückzuschlagen und 13 Sekunden vor Schluss zum 24:24 auszugleichen. Letztlich sorgte ein Distanzwurf vom überragenden Maxim Orlov 1 Sekunde vor Schluss für den 24:25-Endstand und dem letztlich verdienten Einzug ins Viertelfinale.

Wir wünschen an dieser Stelle dem TSV GWD Minden alles Gute und viel Erfolg im weiteren Verlauf der Deutschen Meisterschaft und bedanken uns für einen fairen Umgang auf und neben der Platte.

„Wunder gibt es immer wieder, wenn sie dir begegnen, musst du sie auch seh’n“ heißt es weiter im oben genannten Schlager. Und so entschied sich der Autor, noch einmal genau hinzusehen:

  • 15 Jungs zeigen sich als Einheit und geben trotz aller Rückschläge niemals auf.
  • Sie schaffen es, 300 Zuschauer für sich zu begeistern.
  • 2 Mannschaften stehen sich auf höchstem Niveau in einem harten Sport gegenüber und führen einen stets fairen Wettkampf auf Augenhöhe.
  • 300 Menschen verlassen trotz aller sportlicher Enttäuschung die Halle und haben dennoch Begeisterung im Gesicht aufgrund einer gigantischen kämpferischen Leistung Ihres Teams, das eine herausragende Moral bewiesen und alles gegeben hat.

Es stimmt schon, es waren genug Wunder zu entdecken und für unsere Jungeulen gilt: „Auch wenn man nicht gewinnt, kann man dennoch als Sieger vom Platz gehen.“ Männer, wir als Trainer und Betreuer sind stolz auf euch!!! Nicht nur auf eure sportliche, sondern auch und vor allem auf eure persönliche Entwicklung im Laufe des Jahres. Und der Betreuer bedankt sich bei Euch für eine geile Zeit!!!

Aufstehen, Krone richten, weitermachen!!! Haut weiter rein, Jungs, es lohnt sich…

Euer Holger

Es spielten: Timo Staßek (Tor), Adrian Cule (Tor), Patrick Friedmann, David Wißmeier, Marcel Reis, Lukas Räuber, Nils Mader, Jan Eckel, Bjarne Hartmann, Nils Röller, Benjamin Lincks, Luka Wilbrandt, Paul Blohm, Marius Peter