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mJA muss erneut nachsitzen

Veröffentlicht in Handball-Aktuell Jugend » Handball-Aktuell männliche Jugend am Dienstag, 15. Mai 2018
Nach der verpassten Teilnahme an der A-Jugend-Bundesliga hieß es für unsere Jungs am Sonntag erneut „Alles oder nichts“ bei der ersten Qualifikationsrunde zur RPS-Oberliga. Mit der HSG Dudenhofen/Schifferstadt traf man hierbei auf einen alten Bekannten aus der Bundesliga-Qualifikation. Der TV Hochdorf und Gastgeber Dansenberg/Thaleischweiler komplettierten das Teilnehmerfeld. Die Ausgangslage: Der Turniersieger erwirbt direkt die Teilnahmeberechtigung an der RPS-Oberliga, die Zweit- und Drittplatzierten dürfen in einer weiteren Runde um einen der begehrten Plätze kämpfen, das Schlusslicht scheidet aus und findet sich in der Pfalzliga wieder.

Im Auftaktmatch kam es zur Neuauflage des Duells vom Tag der Arbeit gegen die HSG Dudenhofen/Schifferstadt. Und harte Arbeit war auch nun wieder gefragt. Die HSG zeigte sich hervorragend eingestellt gegen unser Team, vor allem Rückraum Mitte Dominik Selinger machte es unseren Jungs schwer und traf vier Mal in der ersten Hälfte. Das Spiel war komplett ausgeglichen und es ging mit 9:9 in die Halbzeitpause. Der zweite Spielabschnitt gehörte dann aber komplett den Jungeulen. Angeführt von einem überragenden Nils Röller (7 Tore) erlebten die Zuschauer eine wahre Team-Arbeit. Die Abwehr präsentierte sich extrem geschlossen und Torhüter Kevin Wagner konnte eine absolute Glanzleistung abrufen. Es gelang eine Halbzeit ohne Gegentreffer und am Ende war mit 17:9 der erste Sieg eingefahren.

Im zweiten Spiel gegen TV Hochdorf sollte sich ein hochdramatisches Match entwickeln. Die Jung-Biber standen nach der Auftaktniederlage gegen Dansenberg/Thaleischweiler schon unter Druck und waren zum Siegen verdammt. Dem entsprechend präsentierte sich das Team auch. Über einen sehr starken Rückraum mit Jan-Phillip Werthmann, Ex-Eule Marlon Kerth und dem nicht zu stoppenden Marco Kimpel (8 Tore im gesamten Spiel) konnte Hochdorf schnell mit 3:0 in Führung gehen. Bis zur Halbzeitpause fand die Abwehr der Jungeulen kein Mittel und somit bekamen auch die Torhüter Robin Dautermann und Kevin Wagner kaum einen Finger an den Ball. Zur Halbzeit lag man 7:12 zurück, die Mannschaft war sichtlich entnervt. „Wollt ihr Oberliga spielen?“ war die Frage der Trainer Markus Baumann und Martin Buschsieper an die Mannschaft in der Halbzeitpause. Die Antwort zeigte das Team mit einer enormen Willensleistung auf dem Platz. Jonah Fassunge, im ersten Spiel noch glücklos auf Rechtsaußen, eröffnete einen 6:0-Lauf unserer Jungs, womit in der 33. Spielminute der Ausgleich zum 13:13 gelang. Einmal mehr nahm in dieser Phase Luka Wilbrandt allen Mut zusammen und hatte mit 3 Treffern in Folge großen Anteil an der Aufholjagd. In Führung gehen konnten die Jungeulen aber zunächst nicht, immer wieder legten die Jung-Biber einen Treffer vor, der postwendend ausgeglichen wurde. Erst in der 38. Spielminute gelang die erste Führung zum 17:16, die kurz darauf von Jan Eckel auf einen 2-Tore-Vorsprung ausgebaut wurde. Benjamin Lincks war es dann 4 Sekunden vor Schluss vorbehalten, den Treffer zum 19:17 Endstand zu erzielen.

Wer nun dachte, der Dramatik wäre genug Rechnung getragen, sah sich im abschließenden Spiel gegen den Gastgeber getäuscht. Die Ausgangslage war klar: Beide Mannschaften hatten 2 Siege auf dem Konto, der Gewinner des direkten Duells würde in die RPS-Oberliga einziehen. Es trafen zwei Mannschaften auf absoluter Augenhöhe aufeinander, Dansenberg/Thaleischweiler getragen von seinem sehr starken Torhüter Henning Huber und variablem Angriffsspiel. Die Jungeulen mussten kurz vor Spielbeginn verletzungsbedingt auf Paul Blohm verzichten, womit nach Bjarne Hartmann, der sich unter der Woche verletzte, ein weiterer Stützpfeiler in der Abwehr fehlte. Das Spiel war über die gesamte Spielzeit absolut ausgeglichen, keine Mannschaft konnte sich mit mehr als zwei Toren absetzen und es wäre schön gewesen, wenn man nach dem Spiel von einem rein sportlichen Ausgang der Partie hätte sprechen können. Es sollte aber anders kommen. Eine Minute vor Spielende begann das Drama. Beim Stand von 17:17 entscheiden die Schiedsrichter auf Siebenmeter für Dansenberg. Es kommt zum Duell Timo Holstein gegen Adrian Cule, bei einem Treffer für den Gastgeber scheint das Aus der Jungeuelen besiegelt – aber: Adri hält, Ballbesitz für die Jungeulen und damit der letzte Angriff für unsere Jungs und die Chance zum Sieg – dachte man… Denn nun sahen sich die Zeitnehmer genötigt, das Spiel 21 Sekunden vor Schluss zu unterbrechen, weil der Trainer unserer Jungs seinen Coaching-Bereich in Richtung Zeitnehmer-Pult verlassen hatte. Die Schiedsrichter entscheiden daraufhin nach kurzer Diskussion auf gelbe Karte (zunächst sogar unberechtigterweise auf 2-Minuten-Strafe) und Ballbesitz-Wechsel. Timo Holstein gelingt daraufhin der Siegtreffer zum 18:17 für Dansenberg/Thaleischweiler.

Sportlich gesehen gilt der Glückwunsch an den Gastgeber, dessen Team eine eindrucksvolle Leistung auf die Platte gezaubert hat und am Ende der glückliche Sieger war. Da der Sieg aber aus Sicht der TSG nur durch eine regelwidrige Entscheidung der Schiedsrichter in Folge eines Eingriffs durch den Zeitnehmer zustande kam, läuft aktuell der Protest gegen die Spielwertung. Die Sportgerichtsbarkeit wird über den weiteren Verlauf entscheiden. An dieser Stelle auch ein Lob an das junge Schiedsrichter-Gespann, die vor eine unsagbar schwere Situation gestellt wurden und damit nach dem Spiel bei aller Emotionalität mit aller möglichen Souveränität und Kooperation umgegangen sind.

Aber egal wie die Entscheidung ausfällt, Mannschaft inklusive Trainer und Betreuer werden sich auch dieser Herausforderung stellen und die nächsten Aufgaben mit erhobenem Haupt angehen. Wünschenswert ist lediglich, dass ein Beschluss im Sinne des Sports getroffen wird, getragen von Fairness gegenüber allen beteiligten Mannschaften…