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Eulenfrauen

Eulenfrauen bringen HC Erlangen erste Rückrunden-Niederlage bei (33:37)

Je schlechter die Ausgangssituation, desto Eulenfrauen! Mit gerade einmal 11 Spielerinnen machte sich die TSG Friesenheim am Samstagabend auf den Weg nach Erlangen, um der Mannschaft der Stunde im Kampf um den zweiten Tabellenplatz die Stirn zu bieten. Zuvor waren die Gastgeberinnen in 11 Partien ohne Niederlage geblieben und gingen daher leicht favorisiert ins Rennen.

 

Grün wie die Hoffnung leuchteten die Trikots unserer Mädels, die in den bisherigen drei Partien gegen Erlangen stets als Sieger von der Platte gingen. So grün wie Kryptonit, welches die Eulenfrauen auch am Samstag für die Mittelfränkinnen bleiben sollten. Trainer Eyub Erden musste auf Sara Jelicic und Charlotte Lohr, die ihre Schulter-OP unter der Woche gut überstanden hat (Gute Besserung, Lotti!), verzichten. Zudem fehlten Torhüterin Juli Wolf sowie die Außenspielerinnen Lena Peribonio und Jana Stolle. Kapitänin Rebecca Brecht konnte die ganze Woche krankheitsbedingt nicht trainieren, gab aber am Freitagabend grünes Licht für ihren Einsatz. Dem gegenüber stand ein vollbesetzter Kader der Gastgeberinnen mit 16 Spielerinnen.

 

Die Eulenfrauen kamen gut in die Partie und zeigten sich von der Personalmisere unbeeindruckt. Beim ersten Angriff scheiterten die Gastgeberinnen an Lena Dettling, kurz darauf folgte ein Steal von Tabea Luickx, die anschließend mit einem krachenden Rückraumwurf in den Winkel für das 0:1 sorgte. Linksaußen Mona Kuczaty erhöhte mit einem schönen Leger zum 0:2. Johanna Werthmann und erneut Tabea Luickx schlossen eine starke Anfangsphase beim Stand von 2:4 nach sieben Minuten ab. Rechtsaußen Elena Beck hielt für den HC Erlangen dagegen und drehte mit fünf Toren in den ersten 12 Minute die Partie fast im Alleingang zum 7:5. Beide Teams versuchten ihre jeweilige Stärke Tempospiel einzusetzen, blieben dabei aber nicht ohne Fehler. In der Auszeit nach vierzehn Minuten beim Stand von 8:6 verordnete Eyub Erden der Spielmacherin der Gastgeberinnen, Hannah Lichtlein, eine Manndeckung. Die Maßnahme war erfolgreich und zweimal Rebse Brecht sowie Jana Heidger brachten die TSG Friesenheim wieder in Führung (8:9, 19. Minute), was wiederum Erlangens Trainerin Stefanie Mittasch zum Einsatz der grünen Karte verleitete. Der HC erarbeitete sich jetzt leichte Vorteile, konnte sich aber nicht entscheidend absetzen. Melissa Engeln zeigte eine schöne Einzelaktion zum 10:10, als sie mit einer Körpertäuschung ihre Gegenspielerin ins Leere schickte und einnetzte. Beim Stand von 13:11 erzielte Lara Tüfenk mit ihrem ersten Saisontor bei vier Einsätzen den Anschlusstreffer. Wenig später glänzte Lilly Allgaier mit zwei Kontern in Folge nach Ballgewinnen und brachte die Eyub-Sieben wieder in Führung (13:14, 27. Spielminute). 20 Sekunden vor der Halbzeitsirene könnte man durchaus auch schon mit den Gedanken in der Kabine sein – nicht so aber die Akteurinnen beider Teams. Innerhalb von 17 Sekunden fielen noch drei Treffer, zweimal zugunsten der Gastgeberinnen, die durch Hannah Lichtlein die 17:16-Pausenführung erzielten. Bis dahin sahen die 210 Zuschauer eine ausgeglichene Partie, bei der auf Seiten des HC Erlangen Spielmacherin Hannah Lichtlein sowie die beiden Linkshänderinnen Lotte Rothaug und Elena Beck für 15 der 17 Treffer verantwortlich zeichneten. Die Eulenfrauen hielten als Kollektiv dagegen und hatten acht verschiedene Torschützinnen in ihren Reihen.

 

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts zeigten sich unsere Mädels in der Defensive deutlich aggressiver und unterbrachen Erlangens Offensivaktionen immer wieder mit Stopp-Fouls. Nach knapp zwei Minuten dann eine Schrecksekunde: Lara Tüfenk ging beherzt durch zwei Gegenspielerinnen hindurch, zog den Siebenmeter und eine Zeitstrafe gegen Linea Mara Knapp und ging mit dem Gesicht voraus zu Boden. Das Resultat war eine Platzwunde auf der Nase, die ein Weiterspielen unmöglich machte, so dass Tüffi den Rest des Spiels unter der sorgsamen Pflege der mitgereisten Fans von der Tribüne aus beobachten musste. An dieser Stelle gute Besserung!!! Den fälligen Siebenmeter verwandelte Rebse Brecht (11 Tore, 100%-Quote vom Strich bei sechs Versuchen) zum 18:19. Es folgten ganz starke Minuten von Johanna Werthmann. Nach dem Ausgleich durch Hannah Lorz schloss sie die schnelle Mitte zum 19:20 ab, zog dann mit einem Durchbruch eine weitere Zeitstrafe sowie einen Siebenmeter und erhöhte bei doppelter Überzahl mit einem schnellen Eins gegen Eins auf 19:22 (34. Minute). Erlangen konnte nochmals auf 22:23 verkürzen, doch der Eulenexpress war nicht mehr zu bremsen. Tabea Luickx und Rebse Brecht trafen je zweimal und erhöhten auf 22:27 (44. Minute). Erlangen kämpfte und kam nochmals auf 25:27 heran, musste sich jetzt aber jeden Treffer hart erarbeiten. Immer wieder wurden sie von unserer Defensive ins Zeitspiel gezwungen, Torhüterin Lena Dettling war aufmerksam und schraubte die Anzahl der Paraden (16 insgesamt) in die Höhe. In der Offensive zeigten unsere Mädels spielerische Schmankerl: Zunächst löste sich Rebecca Brecht beim 25:28 gekonnt aus der Manndeckung und nutzte die Sperre von Jana Heidger, anschließend zeigte das gleiche Duo ein „Sperre absetzen“ in Perfektion und Jana Heidger konnte auf 25:30 nach 51 Minuten erhöhen. Tabea Luickx sorgte dann mit der ersten 6-Tore-Führung für die Vorentscheidung. In den letzten fünf Minuten versuchte sich Erlangen noch mit dem Sieben gegen Sechs, konnte der Partie aber keine entscheidende Wende mehr geben. Mit 33:37 nahmen die Eulenfrauen verdient die Punkte mit nach Hause.

 

Trainer Eyub Erden: „Ich bin unfassbar stolz auf meine Mannschaft. Alle sind ans Limit gegangen oder darüber hinaus. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung in Abwehr und Angriff. Das wir mit dem kleinen Kader bei einer Mannschaft, die alle Rückrundenspiele gewonnen hat und seit 11 Spielen ungeschlagen ist, bestehen ist phänomenal!“ Auch Jana Heidger hob die Mannschaftsleistung heraus: „Ich denke, wir haben die Partie in der Abwehr gewonnen. Der Schlüssel war die Manndeckung gegen Hannah Lichtlein. Dadurch hatten wir das Spiel ganz gut im Griff. Wir wollten mit Stopp-Fouls die zweite Welle unterbinden, auch das ist aufgegangen.“

 

Mit dem Sieg ziehen die Eulenfrauen mit dem HC Erlangen gleich und haben dazu beigetragen, dass die Kurpfalz Bären vorzeitig die Meisterschaft in der Staffel Süd feiern können. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch zum verdienten Titelgewinn!!! Die Ketscherinnen konnten sich ihrerseits gegen Verfolger TSV Wolfschlugen durchsetzen, womit auch die Schwäbinnen punktgleich mit Friesenheim und Erlangen auf dem zweiten Tabellenplatz liegen. Sollte es bis zum Ende der Saison bei Punktgleichheit bleiben, haben unsere Eulenfrauen leider das Nachsehen. Das Torverhältnis aus den direkten Duellen sieht Erlangen knapp vor Wolfschlugen und unseren Mädels.

 

Nach dem spielfreien Wochenende geht es mit dem letzten Heimspiel der Saison weiter, bei dem wir den HCD Gröbenzell begrüßen. Zweiter werden wäre schon ganz nett, von daher dürfen hier keine Punkte liegen gelassen werden.

 

 

 

HC Erlangen

 

Carina Frost (Tor), Lene Gutjahr (Tor), Ida Subke, Hannah Lichtlein (7), Ronja Albert, Tilda Halbe, Emma Reif, Lotte Rothaug (7), Annelie Galgenmüller (1), Elena Beck (9/3), Linea Mara Knapp (1), Lara Carbone, Pia Catalina Contreras Blum (1), Johanna Meyer (3), Hannah Lorz (4), Emma Seiler

 

 

TSG Friesenheim

 

Lena Dettling (Tor), Lara Tüfenk (1), Lilly Allgaier (2), Johanna Werthmann (3), Jana Heidger (7), Admira Zvekic (1), Mona Kuczaty (2), Melissa Engeln (3), Linda Götz, Rebecca Brecht (11/6), Tabea Luickx (7)

 

Schiedsrichter: Julius Hlawatsch, Bernd Liebsch

 

Zuschauer: 210

 

Siebenmeter: 3/3 zu 6/6

 

Zeitstrafen: 5 zu 3

 

Spielfilm: 0:2, 7:5, 8:9, 13:11, 14:14, 17:16 (HZ), 18:18, 19:22, 22:27, 25:27, 25:31, 29:33, 33:37 (Ende)

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