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Eulenfrauen

Eulenfrauen sichern sich den Sieg beim eigenen Vorbereitungsturnier

Wenn man als Berichterstatter einen Trainer fragt, ob er an dem Auftritt seiner Mannschaft etwas zu kritisieren oder gar Schwachstellen festgestellt hat und dieser mit einem breiten Grinsen schlicht „Nö“ antwortet, wurde man sehr wahrscheinlich Zeuge einer rundum gelungenen Vorstellung. So geschehen am Sonntag, als unsere Eulenfrauen den erstmals ausgetragenen Eulenfrauen-Cup mit zwei überzeugenden Auftritten im heimischen TSG-Sportzentrum gewinnen konnten.

 

In zwei Halbfinals traten zunächst die Junior Flames der HSG Bensheim/Auerbach und die HSG St. Leon-Reilingen gegeneinander an. Anschließend trafen unsere Mädels auf die HSG Gedern-Nidda. Die Spielzeit betrug 2×20 Minuten. Sowohl das Spiel um Platz 3 als auch das Finale gingen dann über die komplette Distanz.

 

Im ersten Spiel tat sich der Favorit aus Bensheim (3. Liga Staffel Mitte) vor allem in der ersten Halbzeit schwer gegen die HSG St. Leon-Reilingen, die in der letzten Saison noch Staffel-Kontrahenten unserer Mädels waren, aber den bitteren Weg in die Regionalliga Baden-Württemberg antreten mussten. Die Anfangsphase war auf beiden Seiten geprägt von technischen Fehlern und erst allmählich kamen die Junior Flames mit der sehr offensiven 5:1-Deckung des Regionalligisten besser zurecht. Zur Halbzeit stand es 8:5 für den Drittligisten. Im zweiten Spielabschnitt löste Johanna Haack ihre Torhüter-Kollegin Jana Skill zwischen den Pfosten ab und drückte mit 7 Paraden der Partie ihren Stempel auf. Die Defensive vor ihr agierte deutlich aggressiver und so kamen die Junior Flames häufiger zu einfachen Toren über die erste und zweite Welle. Am Ende setzte sich der Favorit standesgemäß mit 24:11 durch und zog ins Finale ein.

 

In dieses wollten natürlich unsere Mädels nachziehen und stellten dies von der ersten Minute an unter Beweis. Die Eulenfrauen agierten aus einer stabilen Defensive mit zwei starken Torhüterinnen (Lena Dettling kam auf 8 Paraden, Juli Wolf auf 5 in jeweils etwa 20 Minuten Spielzeit) und zeigten ein sehr variables Angriffsspiel über alle Positionen. Die HSG Gedern-Nidda (Regionalliga Hessen) versuchte über Rückraumspielerin Hannah Paula Niebergall und Rechtsaußen Kirsten Schindler dagegenzuhalten, musste aber bis zur Halbzeit die Gastgeberinnen auf 14:9 davonziehen lassen. In den zweiten 20 Minuten zeigten sich die Eulenfrauen noch konsequenter und vergrößerten den Vorsprung systematisch. Besonders erfreulich: Bereits nach 28 Minuten konnte sich jede Feldspielerin in die Torschützenliste eintragen. Aus einer starken Mannschaft ragten Linda Götz und Melissa Engeln mit je 6 Toren heraus. Zudem war Kreisläuferin Luna Bohn sowohl defensiv als auch offensiv sehr präsent. Mit 30:16 zogen unsere Mädels letztlich ungefährdet in das reine Drittligisten-Finale gegen die Junior Flames ein.

 

Zunächst stand jedoch das Spiel um Platz 3 zwischen der HSG St. Leon-Reilingen und der HSG Gedern-Nidda an. Es entwickelte sich eine sehr ausgeglichene und temporeiche Partie, in der sich kein Team entscheidend absetzen konnte. Die erste Halbzeit war unter anderem geprägt von starken Torhüterinnen-Leistungen auf beiden Seiten. Hannah Wagner im Trikot der HSG St. Leon-Reilingen zeigte in den ersten 30 Minuten 7 Paraden, Yvonne Jankovic auf der Gegenseite konnte sogar 9 Würfen den Weg ins Netz verwehren. Mit 11:11 ging es in die Kabinen, aus der die HSG St. Leon-Reilingen etwas spielfreudiger herauskam. Vor allem Leonie Scholl (insgesamt 10 Tore) und Lisa Haupt (5 Treffer) waren kaum noch zu bremsen und sorgten für eine stetig anwachsende Führung. Kirsten Schindler, die in dieser Partie auf der halbrechten Rückraumposition eingesetzt wurde, hielt mit 8 Treffern dagegen, konnte aber nicht verhindern, dass sich das Team von Trainer Frank Gerbershagen nach und nach absetzte. Hannah Wagner zeigte weitere 6 Paraden und letztlich sorgte die etwas größere Breite an Torschützinnen für den 29:24-Sieg der HSG St. Leon-Reilingen verbunden mit Platz 3 beim 1. Eulenfrauen-Cup.

 

Zeit für das große Finale zwischen unseren Eulenfrauen und den Junior Flames, die am Tag zuvor bereits ein Testspiel gegen die Kurpfalz Bären bestritten hatten. Die Halle war zum Endspiel gut besucht und beide Teams durften sich über lautstarke Unterstützung freuen. Die Anfeuerung beflügelte aber eher die Eulenfrauen. Wie auch schon im Halbfinale zeigte sich die Defensive enorm griffig und fleißig. Mit schnellen Beinen wurden die Angriffe der Junior Flames zum Erliegen gebracht. Einziger Wermutstropfen waren zwei schnelle Zeitstrafen gegen Melissa Engeln, die sich davon im weiteren Verlauf der Partie aber nicht aus der Ruhe bringen ließ. In der Offensive zog Kapitänin Rebecca Brecht die Fäden und war mit 8 Toren die erfolgreichste Werferin im Finale. Zur Halbzeit konnten sich die Eulenfrauen bereits eine klare Führung erarbeiten. Wer im zweiten Spielabschnitt auf Spannung hoffte, wurde schnell enttäuscht. Die Junior Flames verfingen sich immer häufiger in der Defensive der Eulenfrauen und wenn sie dennoch zum Abschluss kamen, waren die Torhüterinnen zur Stelle. Lena Dettling kam auf 6 Paraden, Juli Wolf parierte 13-mal und konnte sich einmal in die Torschützenliste eintragen. In der Offensive setzte sich das variable Spiel unserer Mädels fort, so dass nach 60 Minuten ein überraschend deutlicher Sieg gegen eine junge, hochveranlagte Mannschaft stand.

 

Ein herzliches Dankeschön geht an die vier beteiligten Mannschaften für die jederzeit fairen und ansprechenden Partien, die zum Glück ohne schwere Verletzungen über die Bühne gingen. Ebenfalls danken wir den beiden Schiedsrichter-Gespannen Till Wernz und Christoph Haßler sowie Christoph Krick und Julian Scholl. Am Zeitnehmertisch begleiteten Sonja Heidger, Daniel Nitsche, Tobias Gunst, Ulrike Kehrer und Martin Buschsieper souverän die Spiele – auch Ihnen gebührt unser Dank wie auch allen helfenden Händen im Hintergrund, die den 1. Eulenfrauen-Cup zu einem erfolgreichen Baustein der Saisonvorbereitung gemacht haben.

 

Coach Niklas Weißbrod zeigte sich dementsprechend auch vollkommen zufrieden: „Ich habe echt nichts zu motzen. Die Mädels haben das super gemacht. Unser Schwerpunkt war für heute die Abwehr und wir haben gesehen, dass wir aus einer starken Defensive heraus ein sehr schwer zu bespielendes Team sind. Wenn man dann noch sieht, dass mit Jana Heidger und Ina Scheffler zwei wichtige Spielerinnen gefehlt haben, können wir sehr optimistisch in die Saison gehen.“

 

Liebe Eulenfans, nur noch ein letzter Test gegen die Zweitvertretung des 1. FSV Mainz 05, dann geht es endlich los mit dem Auftakt-Knaller bei den Kurpfalz-Bären.

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