0
Eulenfrauen

Perfekter Saisonstart der Eulenfrauen

Zum Auftakt der Spielzeit 2026/27 entführen unsere Eulenfrauen zwei Punkte aus der Neurotthalle in Ketsch und setzen sich zum zweiten Mal in Folge saisonübergreifend gegen die favorisierten Kurpfalz Bären durch. Gegen den Staffelsieger der Vorsaison überzeugen unsere Mädels als starkes Kollektiv gegen die große individuelle Klasse der Gastgeberinnen und siegen am Ende verdient mit 30:36 (18:20).

Sowohl den beiden Teams als auch den Fans auf der mit 360 Zuschauern gut gefüllten Tribüne merkte man von der ersten Sekunde die Vorfreude auf den Derby-Kracher zum Saisonauftakt an. Das Match wurde von den beiden Kapitäninnen eröffnet. Rebecca Brecht auf Seiten der TSG Friesenheim legte das 0:1 vor, Sara Goudarzi hielt dagegen und erzielte fünf der ersten sechs Treffer der Bärinnen. Gut ins Spiel startete auch Ina Scheffler, die zu Saisonbeginn von Ketsch zu den Eulenfrauen wechselte und sich direkt in der Start-Formation wiederfand. Sie erzielte den Ausgleich zum 2:2 und zog kurz darauf einen Siebenmeter, den Rebse Brecht souverän verwandelte. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich beide Torhüterinnen wenig in Szene setzen konnten. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, hatten aber zu Beginn Probleme mit der individuellen Klasse der Kurpfalz Bären“, bewertete unser Coach Niklas Weißbrod die Anfangsphase. Ab der 15. Minute beim Stand von 11:10 aus Sicht der Gastgeberinnen bekamen die Eulenfrauen mehr Zugriff in der Defensive und ermöglichten Juli Wolf (ab der 13. Minute für Lena Dettling zwischen den Pfosten) ihre ersten Paraden. Rebecca Brecht, Jana Stolle und erneut Rebse Brecht per Siebenmeter sorgten für die erste 2-Tore-Führung der Partie (11:13, 17. Minute). Auch in den kommenden Minuten war der Angriffswirbel unserer Mädels kaum noch zu stoppen. Selbst eine Auszeit von Sascha Kuhn konnte den nächsten 3:0-Lauf (Jana Stolle, Jana Heidger und Rebse Brecht trafen) nicht verhindern, so dass es nach 21 Minuten 12:16 stand. Doch Ketsch hielt weiter dagegen und verkürzte wieder auf 16:17 (25. Minute), neun Sekunden nach dem Anschlusstreffer schloss Jana Stolle die Paradedisziplin der Eulenfrauen „schnelle Mitte“ ab und erhöhte wieder. Mit 18:20 endete die erste Halbzeit, in der auf Seiten der TSG Friesenheim lediglich 4 technische Fehler und 5 Fehlwürfe in der Statistik standen. Beide Teams zeigten attraktiven, schnellen Handball, bei dem die Eulenfrauen der individuellen Qualität von Sara Goudarzi, Kreisläuferin Elena Fabritz, Jule Haupt (Rückraum links) und Linksaußen Rebecca Engelhardt Variabilität und einen breiten Kader entgegensetzten, bei dem nach Positionswechseln kein Qualitätsverlust zu verspüren war. „Das war sicherlich auch ein Schlüssel zum Sieg. Alle Spielerinnen, auch die, die wenig oder gar nicht gespielt haben, kannten ihre Rolle und haben diese zu 100 Prozent erfüllt“, war Weißbrod stolz auf sein Kollektiv.

Genau diese mannschaftliche Geschlossenheit brachte die Gastgeberinnen zu Beginn der zweiten Halbzeit zum Verzweifeln. Melissa Engeln und Sara Jelicic stellten einen kaum zu überwindenden Innenblock. Die offensive 6:0-Abwehr, bei der die Halbpositionen immer wieder mutig heraustraten, zwang die Ketscherinnen immer wieder zu schwierigen Pässen, woraus Ballverluste resultierten. Im Tor lief Juli Wolf zur Höchstform auf und entschärfte Wurf um Wurf, so dass sich die Eulenfrauen schnell auf 18:23 absetzten. Grund genug für Sascha Kuhn für eine Auszeit nach nur drei Minuten. Am Spielverlauf änderte sich allerdings wenig. Aine Hohmann und Rebecca Engelhardt konnten zwar wieder verkürzen, doch unsere Mädels ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, fokussierten sich weiter auf die stabile Defensive und setzten sich wieder auf 22:27 (Melissa Engeln traf spektakulär bei angezeigtem Zeitspiel) nach 42 Minuten ab. In der 46. Minute folgte dann der große Auftritt von Juli Wolf, die zunächst eine ihrer insgesamt 11 Paraden zeigte, dann Lene Peribonio in der ersten Welle fand, die sicher zur bis dahin höchsten Führung (24:30) einnetzte. Erneut nahm Ketsch die Auszeit, bemüht um Lösungsmöglichkeiten gegen die starke Defensive unserer Mädels, die bis hierhin nur sechs Gegentreffer in der zweiten Halbzeit hinnehmen musste. Angefeuert von den lautstarken, mitgereisten Eulenfans ließen sich Brecht & Co. die Partie aber nicht mehr aus der Hand nehmen. „Auch wenn unsere Fans natürlich numerisch unterlegen waren, wir haben sie immer gehört und vor allem gespürt. Sie haben uns zum Sieg getragen“, war Jana Heidger dankbar für die Unterstützung, die das Team auch über die letzte brenzlige Phase brachte. Ab der 46. Minute blieben die Eulenfrauen 5 Minuten ohne eigenen Treffer, konnten aber verhindern, dass Ketsch nochmals herankam. Rebse Brecht beendete die Torflaute mit ihrem Treffer zum 26:32, Johanna Werthmann, Jana Heidger und nochmals Johanna Werthmann sorgten in der Folge für die Entscheidung (28:35, 57. Minute). Unter großem Jubel der Eulenfans feierten die Eulenfrauen einen beeindruckenden 30:36-Auswärtserfolg beim letztjährigen Staffelsieger.

„Das war ein super Start in die Runde, der uns viel Selbstvertrauen gibt. Wir haben schnell unseren Spielfluss gefunden und haben vor allem in der zweiten Halbzeit mit unserer Abwehr die Kurpfalz Bären immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Es ist natürlich ein tolles Gefühl, vor so einer Kulisse als Derbysieger von der Platte zu gehen und ich bin stolz, dass Lena und ich gegen das Torwart-Duo mithalten konnten. Wir haben das Spiel in der Abwehr gewonnen und bewiesen, dass die trainierten Absprachen zwischen Abwehr und Torhüterinnen super funktioniert haben“, war Juli Wolf glücklich über den Sieg und zurecht zufrieden mit der eigenen Leistung, ohne ihre Mitstreiterin Lena Dettling zu vergessen.

„Ich bin total glücklich über den Auftritt meiner Mannschaft. Ich kann eigentlich niemanden hervorheben, jede Spielerin hatte ihren Anteil am Erfolg. Wir wollten von Beginn an die hohe Emotionalität, die Ketsch ins Spiel eingebracht hat, spiegeln und das ist uns auch gelungen. Unsere Rotation und unsere Fitness haben aus meiner Sicht einen großen Anteil am Erfolg. Wir konnten zu jeder Zeit frische Spielerinnen bringen und so unser hohes Tempo sowohl offensiv als auch defensiv aufrechterhalten“, beurteilte Niklas Weißbrod die Partie. Sascha Kuhn analysierte: „Wir sind nicht in die Abwehr gekommen und waren einfach nicht griffig genug. In der ersten Halbzeit hatten wir nur zwei technische Fehler, aber nach der Pause kommen wir raus und verlieren einen Ball nach dem anderen, sodass die TSG Friesenheim wegziehen konnte. Es war ein absolut verdienter Sieg für die Eulenfrauen.“

Zum Heimauftakt wird die Aufgabe für unsere Mädels nicht kleiner – es kommt der TSV Wolfschlugen, gegen den man in der vergangenen Saison zweimal unterlegen war. Mit einer ähnlichen Unterstützung wie in Ketsch und mit dem gewonnenen Selbstvertrauen kann aber auch diese Hürde mit breiter Brust angegangen werden.

 

 Kurpfalz Bären

Leonie Moormann (Tor), Johanna Wiethoff (Tor), Lena Elisabeth Nussbaumer, Sara Goudarzi (8/1), Kyra Teixeira da Silva (1), Miray Soenmez, Jule Haupt (5), Aine Hohmann (2/2), Lea Marmodee (4), Samira Schulz, Lisa Opitz, Mira Bender, Elena Fabritz (4), Rebecca Engelhardt (6)

TSG Friesenheim

Lena Dettling (Tor), Juli Magdalena Wolf (Tor), Sara Jelicic (4), Julia Noetzel, Jana Stolle (5), Johanna Werthmann (3), Felicity Gunst, Jana Heidger (4), Ina Scheffler (4/2), Mona Kuczaty (1), Melissa Engeln (3), Lena Peribonio (1), Linda Götz, Rebecca Brecht (11/4), Luna Bohn

 

Schiedsrichter: Noah Fikus, Pit Hegebart

Zuschauer: 360

Siebenmeter: 3/4 zu 6/7

Zeitstrafen: 2 zu 3

Spielfilm: 0:1, 5:5, 8:7, 11:13, 13:17, 17:18, 18:20 (HZ), 18:23, 22:27, 26:32, 28:35, 30:36 (Ende)

Weitere Neuigkeiten