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Eulenfrauen

Verletzungs-Comeback, Rückkehr an alte Wirkungsstätte und Heimsieg in der Fremde

„Der Zug, der Zug, der Zug hat keine Bremse…“ – auch im fünften Spiel in Folge bleiben unsere Eulenfrauen ungeschlagen. In einem intensiven Spiel setzten sich Brecht, Heidger und Co. gegen den starken Aufsteiger TSV Ismaning mit 28:26 durch und eröffneten erfolgreich den ersten Doppelspieltag mit dem HLZ Friesenheim-Hochdorf, dessen Drittliga-Team im Abstiegskracher gegen den TV Homburg mit einem 25:24-Heimsieg nachzog. Damit festigte die Eyub-Sieben den zweiten Tabellenplatz und ist mit 19:7 Punkten erster Verfolger des Aufstiegsfavoriten Kurpfalz Bären.

Die Eulenfrauen kamen sehr gut in die Partie und gingen nach vier Minuten mit 3:1 in Führung. Melissa Engeln fand sich auf Rückraum Links in der Startformation wieder und rechtfertigte das Vertrauen des Trainer-Teams mit zwei Treffern. Ihr Geschoss zum 1:0 schlug spektakulär unter der Latte ein – Torfrau Giulia Gaigel war ohne Chance. Doch die Gäste aus dem Münchner Norden ließen sich nicht beeindrucken und drehten die Partie. Die Top-Scorerin der Isar Devils Hanna Mehlhaff erzielte in der 13. Spielminute das 4:5. Das Spiel der Eulenfrauen war in dieser Phase zu fehlerhaft, auch der Zugriff in der Abwehr gefiel Chef-Coach Eyub Erden nicht: „Ich war mit unserem Tempospiel nicht zufrieden. Wir haben zu langsam umgeschaltet, so dass uns die einfachen Kontertore gefehlt haben. Nach unserer Auszeit in der 15. Minute und der Umstellung auf die 5:1-Abwehr wurde unsere Defensive griffiger und wir konnten unsere Stärken besser ausspielen.“ Beleg dafür war ein 3:0-Lauf zum 8:6 (18. Minute) durch Sara Jelicic, Mona Kuczaty und Tabea Luickx. Emotional wurde es kurz darauf, als Lilly Allgaier endlich wieder auf die Platte zurückkehrte. Die Rückraumspielerin hatte sich am ersten Spieltag verletzt und musste die halbe Saison pausieren. „Es hat sich absolut top angefühlt, nach so langer Zeit wieder zurückzukommen und wieder richtig Teil des Teams zu sein“, war Lilly Allgaier die Erleichterung anzumerken, auch wenn ihr erster couragierter Abschluss an der Latte landete. Die Isar Devils ließen sich von der Personalie wenig beeindrucken und gingen in der 2. Minute mit 9:10 in Führung. Die Partie wog hin und her und entwickelte sich zum Duell der beiden Torhüterinnen. Lena Dettling zeigte teils spektakuläre Paraden, Katja Nüssel im Tor des TSV, die mittlerweile Giulia Gaigel zwischen den Pfosten abgelöst hatte, stand unserer Keeperin in nichts nach. So konnte sich keines der beiden Teams absetzen und es ging mit einem leistungsgerechten 14:14 in die Kabinen. Auffällig in der Schlussphase war unsere Kapitänin Rebecca „Rebse“ Brecht, die vier Siebenmeter hintereinander kaltschnäuzig und souverän verwandelte.

Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit wurde von Johanna Werthmann dominiert, die auf Halbrechts ihre ersten Minuten der Partie sammelte. Mit unfassbarem Tempo stieß sie durch die Lücken und erzielte die nächsten drei Treffer für ihr Team. Die Eulenfrauen legten wieder auf 17:15 vor. Es begann die Phase, die Coach Eyub Erden nach dem Spiel besonders gefallen hatte: „Zwischen der 35. und 45. Minute haben wir es sehr gut gemacht, dann aber leider vergessen den Sack zuzumachen.“ Tatsächlich folgte auf das zwischenzeitliche 25:20 nach 49 Minuten durch den sechsten verwandelten Siebenmeter unserer Kapitänin (100% Trefferquote) ein 0:4-Lauf, der die Isar Devils wieder ins Spiel brachte. Rebse Brecht mit ihrem achten Tor und Comebackerin Lilly Allgaier war es vorbehalten die Eulenfrauen wieder auf die Siegerstraße zurückzubringen. Nochmals Lilly Allgaier: „Zum Glück haben wir am Ende die Nerven behalten. Ich bin dankbar, dass ich auch in der Schlussphase das Vertrauen unserer Trainer hatte und insgesamt gut 15 Minuten spielen durfte. Dass ich dann noch am Ende einen Treffer erzielen konnte, hat sich unglaublich angefühlt. Vor allem, weil es zuvor ein paar Mal nicht geklappt hat. Ich bin total happy!“ Lara Klein verkürzte nochmals auf 28:26, doch die verbleibenden rund zweieinhalb Minuten verstrichen ohne weitere Treffer, so dass die Eulenfrauen den verdienten Heimsieg feiern konnten.

So war es sowohl für Eyub Erden (Trainer in Hochdorf von 2006-2008) als auch für Co-Trainer Patrick Friedmann (ehemaliger Linksaußen des HLZ-Drittligateams) eine erfolgreiche Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. „Es war das erwartet schwere Spiel auf Augenhöhe und ich bin froh über die zwei Punkte und dass unsere Serie gehalten hat“, war Erden zufrieden mit dem Sieg. Das nächste Kapitel der Erfolgsstory wird indes eine noch größere Herausforderung – am kommenden Sonntag kommt es zum Spitzenspiel und Verfolgerduell beim TSV Wolfschlugen im Kampf um den zweiten Tabellenplatz. Fliegt, Eulen, fliegt…

TSG Friesenheim

Lena Dettling (Tor), Juli Magdalena Wolf (Tor), Sara Jelicic (4), Jana Stolle (1), Lilly Allgaier (1), Johanna Werthmann (5), Jana Heidger (1), Admira Zvekic, Mona Kuczaty (2), Melissa Engeln (3), Lena Peribonio (1), Linda Götz, Charlotte Lohr, Rebecca Brecht (8/6), Tabea Luickx (2)

SG Schozach-Bottwartal

Giulia Gaigel (Tor), Katja Nüssel (Tor), Marlene Münchow (3), Hanna Mehlhaff (3), Patrizia Fritz, Alexandra Beckmann (3), Nell Stiller, Sarah Verweyen, Kristina Krecken, Katharina Krecken, Franziska Romig (4), Katharina Graml (1), Romy Klein (2), Lara Klein (4), Nina Gottschalk (1), Christina Ball (5/1)

Schiedsrichter: Zeki Kaplan, Michael Scheld

Zuschauer: 80

Siebenmeter: 6/6 zu 1/3

Zeitstrafen: 1 zu 1

Spielfilm: 2:0, 4:5, 8:6, 9:10, 14:14 (HZ), 16:14, 21:16, 25:24, 27:24, 28:26 (Ende)

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