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Eulenfrauen

Eulen-Express zu schnell für dezimierte Rasante Raser der SG Kappelwindeck/Steinbach (33:26)

Die Revanche ist geglückt. Mit einem letztlich deutlichen 33:26-Heimsieg rehabilitierten sich unsere Eulenfrauen für die Hinspiel-Niederlage (34:28). Grundlage für den Erfolg war eine stabile Abwehrleistung im Verbund mit einer gut aufgelegten Lena Dettling im Tor (16 Paraden) und eine über weite Strecken konzentrierte Offensive, gelenkt von Kapitänin Rebecca „Rebse“ Brecht (10 Tore).

 

Es war ordentlich Platz auf der Bank der Gäste, die mit lediglich acht Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen angereist waren. Vor allem das Fehlen von Kreisläuferin Lisa Schipper war für Co-Trainer Patrick Friedmann ein wesentlicher Faktor: „Sie hat uns im Hinspiel große Probleme bereitet. Unser Innenblock hat über die komplette Partie den Kreis gut verteidigt, aber mit Lisa Schipper wäre es doch noch einmal eine ganz andere Aufgabe gewesen.“ So konnte sich die Defensive der Eulenfrauen auf Spielmacherin Desire Kolasinac konzentrieren, deren Kreise durch die vorgezogene Spielerin (meist Tabea Luickx oder Lilly Allgaier) in der 5:1-Deckung beziehungsweise per Manndeckung eingeengt wurden.

 

Die SG Kappelwindeck/Steinbach kam besser in die Partie und eröffnete nach zweieinhalb Minuten mit dem 0:1 durch Rechtsaußen Mia Roß, nachdem zuvor Rebecca Brecht und Johanna Werthmann an Torhüterin Ina Rahner scheiterten und die Eulenfrauen ihrerseits einmal beim Abschluss der Gäste mit dem Pfosten im Bunde waren. Bis zur fünften Spielminute (Desire Kolasinac traf zum 1:3) konnten die Rebländerinnen einen Vorsprung halten, dann kam der Eulen-Express in Fahrt. Nur sieben Sekunden brauchte Tabea Luickx zum Anschlusstreffer über die schnelle Mitte, Jana Stolle und zweimal Mona Kuczaty legten nach und beruhigten die 110 Zuschauer mit der 5:3-Führung nach acht Minuten. Bis zur Auszeit der Gäste beim Spielstand von 8:5 (14.) hatten unsere Mädels alles im Griff: Rebse Brecht glänzte als Vorbereiterin und kluge Strategin, die Chancen wurden konsequent genutzt, die Abwehr stand stabil und die Statistik wies lediglich zwei technische Fehler auf. Einzig sechs Fehlwürfe trübten etwas die starke Anfangs-Viertelstunde. Doch nach dem 9:6 per schönem Hüftwurf von Melissa Engeln kam etwas Sand ins Getriebe. Die Ballverluste häuften sich und die Angriffe wurden nicht mehr so konsequent ausgespielt, so dass Desire Kolasinac mit zwei Treffern in Folge den Ausgleich zum 9:9 in der 21. Minute herstellen konnte. Eine mögliche Führung der Gäste verhinderte Torfrau Lena Dettling, die zweimal parierte und nacheinander Charlotte Lohr und Tabea Luickx in die erste Welle schickte – mit dem 11:9 fanden sieben torlose Minuten ihr Ende. Admira Zvekic nutzte dann eine Überzahl (Monja Lorenz lief nach dem Anschlusstreffer von Franka Riedl durch den Anwurfkreis) konsequent aus. Zunächst wurde die Rechtsaußen herrlich freigespielt und verwertete souverän, kurz darauf profitierte sie von einem Block durch Melissa Engeln, nahm den Ball auf und traf ins verwaiste Tor zum 13:10 (26. Minute). Mit 14:12 ging es in die Kabinen. Eine höhere Führung verhinderte die Schwächephase zwischen der 15. und der 22. Minute.

 

Die zweite Halbzeit begann mit dem Anschlusstreffer per Siebenmeter durch Desire Kolasinac. Doch es wurde schnell ersichtlich, dass die TSG-Frauen die Intensität in der Abwehr deutlich erhöhten. Nach einem schönen eins gegen eins erzielte Johanna Werthmann zunächst das 15:13. Es folgten zwei Ballgewinne, die zu zwei Tempogegenstößen zum 17:13 führten (33. Minute). Erstmals lagen die Gastgeberinnen mit vier Toren in Front. Die SG hielt weiter tapfer dagegen und konnte bis zur 44. Minute den Rückstand in Grenzen halten. Doch so langsam machte sich der Kräfteverlust aufgrund des kleinen Kaders bemerkbar. Die Defensive, dirigiert von Jana Heidger, stand hervorragend und konnte wiederholt Anspiele an den Kreis verhindern. In der Offensive sorgte Rebse Brecht mit drei Treffern in Folge für die Vorentscheidung zum 25:18 in der 48. Minute. Auch wenn die Spannung etwas verloren ging, hatte das Match noch ein paar spielerische Schmankerl zu bieten. Beim 28:20 fand Rebse Brecht die eingelaufene Linksaußen Mona Kuczaty am Kreis, die der gegnerischen Torhüterin keine Chance ließ. Und fünf Minuten vor Spielende zeigte Admira Zvekic einen sehenswerten Heber zum 30:21. Auch Lilly Allgaier, die bei den letzten beiden Spielen fehlte, konnte sich noch zweimal als Torschützin eintragen, womit alle Feldspielerinnen mindestens einmal trafen. Desire Kolasinac mit ihrem 12. Treffer und Linksaußen Lilith Klein verkürzten noch zum 33:26-Endstand.

 

Charlotte Lohr, die aufgrund einer anstehenden Operation ihr letztes Saisonspiel absolvierte, sah im mannschaftlichen Kollektiv den Schlüssel zum Sieg: „Wir haben als Team gut funktioniert und konnten mit unserem Tempospiel der Partie unseren Stempel aufdrücken. Wichtig war, die Fehler in der Offensive zu minimieren. Das ist uns bis auf eine Phase in der ersten Halbzeit gut gelungen. In der zweiten Halbzeit hatten wir Kappelwindeck in der Abwehr besser im Griff. Da muss ich vor allem Heidi (Jana Heidger) loben. Unglaublich, was sie im Innenblock wegarbeitet! Das spielfreie Wochenende hat uns gutgetan. Wir waren alle fokussiert und konzentriert. Ich bin natürlich traurig, dass ich jetzt nicht mehr mitwirken kann. Aber der Sieg tröstet mich etwas und jetzt gilt mein Hauptaugenmerk meiner Genesung.“

 

Mit dem Sieg und der Heimniederlage des TSV Wolfschlugen gegen den Sportverein Allensbach ist für die Eulenfrauen der zweite Tabellenplatz wieder in Reichweite. Am kommenden Wochenende kommt es zum Showdown beim Drittplatzierten HC Erlangen. Doch was auch immer an den letzten drei Spieltagen passiert, eins steht fest: Unsere Eulenfrauen haben ihre zweite Drittliga-Saison gerockt und sind mit leisen Schwingen und scharfen Krallen durch die Liga gerast.

 

 

TSG Friesenheim

 

Lena Dettling (Tor), Juli Wolf (Tor), Jana Stolle (1), Lilly Allgaier (2), Johanna Werthmann (1), Jana Heidger (3), Admira Zvekic (4), Mona Kuczaty (4), Melissa Engeln (1), Lena Peribonio (2), Charlotte Lohr (1), Rebecca Brecht (10/4), Tabea Luickx (4)

 

SG Kappelwindeck/Steinbach

 

Ina Rahner (Tor), Teresa Heizmann (Tor), Desire Kolasinac (12/5), Sarah Tränkel, Sara Hildebrand (3), Lilith Klein (5), Monja Lorenz (1), Franka Riedl (3), Mia Roß (2), Anais Schöffel

 

Schiedsrichter: Philipp Schmidt, Carsten Müller

 

Zuschauer: 110

 

Siebenmeter: 4/5 zu 5/6

 

Zeitstrafen: 3 zu 4

 

Spielfilm: 1:3, 7:4, 9:9, 12:10, 14:12 (HZ), 17:13, 20:16, 25:18, 30:21, 33:26 (Ende)

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