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Eulenfrauen

Kantersieg gegen SG Schozach-Bottwartal mit bitterem Beigeschmack (43:25)

Es wirkt, als würde ein Fluch über der Kreisläufer-Position bei den Eulen Ludwigshafen hängen. Nach ebenso zahlreichen wie namhaften Ausfällen bei den Männern hat die Seuche nun auch endgültig unsere Eulenfrauen erreicht. Nach dem Fingerbruch von Luna Bohn und der Fußverletzung von Jana Heidger hat es im Spiel gegen die SG Schozach-Bottwartal auch noch Sara Jelicic erwischt. In der 25. Minute wurde es ganz still in der Halle, als Jelle plötzlich am Boden lag. Nach einem Siebenmeterpfiff für unsere Mädels knickte unsere Nummer 8 im Weggehen ohne Beteiligung des Gegners um und schrie vor Schmerzen. Wir wünschen unserer Abwehr-Chefin schnelle Genesung und hoffen, dass sie möglichst bald wieder auf der Platte steht.

Zum Spiel:

Als Reaktion auf die oben aufgeführten Ausfälle konnte sich unser Coach Niklas Weißbrod die Dienste der erst 17-jährigen Marlene Botta sichern. Die A-Jugendliche läuft sonst für die TSG Münster auf und wurde in Absprache mit ihrem Stammverein zunächst für zwei Spiele verpflichtet. Bereits Mitte der ersten Halbzeit feierte sie ihre ersten Minuten und fügte sich glänzend in die Mannschaft ein. Die Eulenfrauen hatten in der Anfangsphase mehr Mühe mit dem Tabellenletzten als erhofft. Eine 3:1-Führung nach 5 Minuten drehten die Gästinnen durch Kreisläuferin Carlotta Hees und Sina Klenk zum 3:4 aus Sicht der Hausherrinnen (11. Minute). Die Defensive stand gut und Juli Wolf sammelte durch gute Kooperation mit dem Innenblock Parade um Parade. Insgesamt kam sie in 47 Minuten Einsatzzeit auf 22 gehaltene Bälle. Jana Stolle, Melissa Engeln, Julia Noetzel, Mona Kuczaty und Felicity Gunst brachten die Eulenfrauen wieder mit 8:5 (16.) in Führung. Doch unsere Mädels verpassten die Chance sich weiter abzusetzen. Zu sorglos ging man mit Ballgewinnen um, schloss überhastet ab oder warf die Bälle unnötig weg. Beim Stand von 11:9 hatte Niklas Weißbrod genug gesehen und bat sein Team zu einer lautstarken Auszeit. Seine energischen Worte rüttelten die TSG-Damen wach. Jana Stolle und Ina Scheffler per Siebenmeter erhöhten auf 13:9 und nach dem Drama um Sara Jelicic ließen unsere Mädels in der Defensive fast nichts mehr zu und zogen bis zur Halbzeit auf 16:10 davon. Beim 14:10 durch Julia Noetzel per Durchbruch auf Halbrechts verletzte sich SG-Spielerin Jana Honer, die danach nicht mehr auf die Platte zurückkehren konnte. Auch ihr wünschen wir alles Gute und eine schnelle Genesung.

„Ich war mit der ersten Halbzeit nur teilweise zufrieden. Wir haben bei 32 Angriffen nur 10 Gegentore bekommen. Das ist ein sehr guter Wert, aber wir haben es verpasst in unser Tempospiel zu kommen und das hat mich sehr geärgert. Wir haben 15 Gegenstöße weggeworfen – das ist nicht unser Anspruch! Vermutlich hat man das bei der Auszeit gemerkt“, erklärte unser Coach seine stimmgewaltige Ansprache nach dem Spiel mit einem Schmunzeln. Die zweite Hälfte sollte ihn dann aber entschädigen. Zwar konnte die SG Schozach-Bottwartal nach Wiederanpfiff durch Anne Hochmuth zunächst auf 16:12 verkürzen, näher kamen die Gästinnen aber nicht mehr heran. Spätestens ab der 37. Minute war der Eulenexpress nicht mehr zu bremsen. Mona Kuczaty eröffnete einen 5:0-Lauf, bei dem auch Marlene Botta ihren ersten, von den Fans frenetisch gefeierten Treffer als Eule erzielte. Die junge Kreisläuferin zeigte sich nach der Partie überglücklich: „Die Mannschaft hat mich von Anfang an super aufgenommen und mir direkt das Gefühl gegeben, dazuzugehören. Auch nach der Verletzung von Jelle in der 25. Minute hat das Vertrauen der Mannschaft und der Trainer nicht nachgelassen und ich konnte befreit aufspielen. Als ich in der 40. Minute mein Tor gemacht habe, haben alle mit mir gejubelt. Auch nach dem Abpfiff war die Freude in der ganzen Halle zu spüren. Ich fühle mich in der Mannschaft sehr wohl und freue mich, dass ich dem Team helfen und meinen Teil beitragen kann.“ Beim Stand von 29:19 in der 44. Minute nahm unsere Offensive nochmals eine kurze Auszeit und die SG Schozach-Bottwartal konnte durch Liv Fiederer, Nathalie Götzinger, Madeleine Hornstein und Carlotta Hees auf 29:23 verkürzen. Doch die letzten 10 Minuten gehörten dann wieder unseren Eulenfrauen. 12 eigenen erfolgreichen Torabschlüssen stand lediglich ein Treffer durch Liv Fiederer gegenüber. Vor allem Lene Peribonio und Johanna Werthmann liefen richtig heiß und erzielten zusammen 7 der 12 Treffer zwischen der 50. und der 59. Minute. Kapitänin Rebecca Brecht stellte mit einem Doppelschlag innerhalb der letzten 60 Sekunden den Endstand von 43:25 her.

Angesichts der sehr variablen Angriffsleistung (alle Feldspielerinnen konnten sich in die Torschützenliste eintragen) und der deutlich erhöhten Effektivität in der zweiten Halbzeit zeigte sich unser Haupt-Übungsleiter besänftigt: „Bei 40 Angriffen in der zweiten Halbzeit und 27 Toren haben wir unsere Offensivleistung deutlich gesteigert. Wir haben eine sehr breite Qualität, alle Spielerinnen funktionieren und rufen ihre Stärken ab. Und das nicht nur im Spiel, sondern in jedem Training seit wir zusammenarbeiten. Die Mädels machen es mir echt schwer, während den 60 Minuten eine gute Rotation hinzubekommen, damit alle Spielerinnen ihre verdienten Spielanteile bekommen. Wir hoffen jetzt, dass die Verletzung von Jelle nicht so schlimm ist wie es aussah.“

Der Blick geht demnach bereits nach vorne, wo schon am Freitagabend der TuS Schutterwald auf unsere Mädels wartet. Die Ortenauerinnen haben am 5. Spieltag mit einem 35:27-Auswärtssieg in Haunstetten aufhorchen lassen und belegen aktuell mit 5:5 Punkten den 6. Tabellenplatz. Die Eulenfrauen ihrerseits sind mit 8:2 Punkten Dritter und damit die ersten Verfolgerinnen der noch verlustpunktfreien Teams des TSV Wolfschlugen und HC Erlangen. Weiter geht die wilde Fahrt…

TSG Friesenheim

Lena Dettling (Tor), Juli Wolf (Tor), Sara Jelicic (2), Julia Noetzel (2), Jana Stolle (4), Johanna Werthmann (4), Felicity Gunst (2), Marlene Botta (1), Ina Scheffler (5/1), Mona Kuczaty (6), Melissa Engeln (2), Lena Peribonio (7), Linda Götz (1), Luna Bohn, Rebecca Brecht (7/1)

SG Schozach-Bottwartal

Antonia Bredow (Tor), Melina Friedrich (Tor), Klara Schneider (Tor), Jana Honer, Malin Metzger, Charlotte Beh (1), Anne Hochmuth (3), Carlotta Hees (6), Madeleine Hornstein (1), Liv Fiederer (3), Sina Klenk (2), Josefine Götzinger (2), Nathalie Götzinger (2), Lea Thierer, Sonja Christel (4), Lea Walter (1)

Schiedsrichter: Felix Gorenflo, Frank Mangold

Zuschauer: 100

Siebenmeter: 2/3 zu 0/1

Zeitstrafen: 0 zu 3

Spielfilm: 1:0, 3:4, 8:5, 10:8, 13:9, 16:10 (HZ), 16:12, 20:14, 26:16, 29:23, 41:24, 43:25 (Ende)

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