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Eulenfrauen

TSV Wolfschlugen bleibt das Kryptonit der Eulenfrauen (26:31)

Es war ein gänzlich gebrauchter Abend für unsere Eulenfrauen. Saisonübergreifend zum dritten Mal in Folge mussten sich die TSG-Damen dem TSV Wolfschlugen geschlagen geben. Mit nun 2:2 Punkten belegt das Team von Trainer Niklas Weißbrod den 7. Tabellenplatz und will am kommenden Samstag das Gastspiel beim Tabellennachbarn TSV Haunstetten nutzen, um sich wieder in der Spitzengruppe der Staffel Süd zu etablieren.

 

Die Anfangsphase wurde vor rund 100 Zuschauern im TSG-Sportzentrum dem Prädikat „Spitzenspiel“ nicht gerecht. Beide Mannschaften agierten nervös, technische Fehler und Fehlwürfe waren das Resultat. Mit der 3:2-Führung durch Ina Scheffler in der 5. Minute ereilte unsere Mädels bereits der erste Rückschlag, als sich Rückraum-Allrounderin Jana Heidger am Fuß verletzte und nicht mehr auf die Platte zurückkehren konnte. Dennoch konnten die Hausherrinnen die Partie offen gestalten und durch Melissa Engeln in der 17. Minute sogar mit 9:8 in Führung gehen. Den erfolgreichen Abschluss konnte Franziska Kaupp nicht verhindern und ihr körperlicher Einsatz wurde mit einer Zweiminutenstrafe geahndet. Friesenheim stellte in Überzahl auf 5:1-Abwehr um, konnte auch den Ball erobern, der Wurf auf das leere Tor geriet aber zu kurz und wurde abgefangen. Im Rückblick war dies eine bezeichnende Situation für den Auftritt unserer Mädels, die Konsequenz und Zielstrebigkeit vermissen ließen. So waren es dann in der Folge die Gäste, die sich mit einem 7:1-Lauf auf 10:15 nach 26 Minuten absetzten. Rebecca Brecht konnte bis zur Halbzeit mit einem Doppelschlag den Rückstand noch erträglich gestalten (13:16).

 

Die größte Hoffnung der Eulenfans war, dass ihr Team trotz überschaubarer Leistung im ersten Durchgang nur mit drei Toren zurücklag und man dies sicher in der zweiten Hälfte richten könne. Einzig Wolfschlugen hatte etwas dagegen. Jasmin Dirmeier und Nina Dierolf erhöhten schnell auf 13:18, doch unsere Mädels gaben nicht auf. Johanna Werthmann brachte ihr Team mit zwei Treffern in Folge wieder zurück in die Partie und stellte den Halbzeit-Rückstand wieder her (16:19, 35. Minute). Doch erneut hatten die Gäste eine Antwort parat, nach zwei Toren durch Luisa Allgaier betrug der Vorsprung erstmals sechs Tore (19:25 in der 42. Spielminute). Die Vorentscheidung fiel dann zwischen der 45. und der 50. Spielminute. Zunächst vergab Rebse Brecht (mit 11 Treffern Top-Scorerin der Partie) den einzigen ihrer insgesamt fünf Siebenmeter, kurz darauf erhielt Melissa Engeln eine Zeitstrafe und Sara Jelicic wurde 20 Sekunden später aufgrund ihrer dritten Hinausstellung disqualifiziert. Der TSV nutzte dies zum 21:28. Den Kampfgeist kann man unseren Mädels nicht absprechen, zu keiner Zeit gab sich die Mannschaft auf. Luna Bohn, Lene Peribonio, Rebecca Brecht sowie Melissa Engeln verkürzten nochmals auf 25:29 und die Eulenfrauen hatten nochmals aufgrund einer Roten Karte gegen Franziska Kaupp die Chance ins Spiel zurückzukommen. Doch die Überzahl konnte nicht genutzt werden und Jasmin Dirmeier und Jade Oral machten den Deckel drauf. Mit 26:31 gehen die zwei Punkte auf das Konto der Schwäbinnen, die von ihrem Trainer Michael Leibssle hervorragend auf die Eulenfrauen eingestellt wurden. Der TSV Wolfschlugen war über die gesamte Spielzeit die cleverere und abgeklärtere Mannschaft und ging verdient als Sieger von der Platte.

 

Niklas Weißbrod: „Es gab zu viele Punkte, die nicht so gelaufen sind, wie wir uns das vorstellen. Wolfschlugen war extrem gut vorbereitet und wir konnten unser Spiel nicht auf die Platte bringen. Wir waren nicht präsent genug und man hat gemerkt, dass 90% Einsatz gegen so einen Gegner nicht ausreichen. Mit der Abwehr war ich ganz zufrieden, es lag nicht an der Defensivleistung. Insgesamt haben wir emotional die Bereitschaft und die Härte von Wolfschlugen nicht spiegeln können. Letztlich ist die Niederlage natürlich ärgerlich, aber kein Beinbruch und möglicherweise auch gut für unsere weitere Entwicklung.“

 

Der Abend hat aber auch gezeigt, dass es weitaus wichtigere Dinge im Leben gibt als der Gewinn von zwei Punkten in einem Handballspiel. Zunächst hoffen wir natürlich, dass sich die Verletzungen von Jana Heidger und Luna Bohn als nicht allzu schwerwiegend herausstellen. Doch mit welcher Wucht das Leben immer wieder zuschlägt, wurde allen in der Halle bereits zum Anpfiff bewusst. In einer Schweigeminute wurde Jacky Wegner gedacht, die am vergangenen Wochenende nach einem Motorradunfall viel zu früh aus dem Leben schied. Jacky war Teil unserer Jugendbundesliga-Mannschaft und hatte als Torhüterin in der Regionalliga großen Anteil an der Entwicklung unserer Eulenfrauen. Sie fehlt nicht nur als Mitspielerin, sondern als großartiger Mensch und Freundin. Unser Beileid gilt den Angehörigen, Mitspielerinnen und Freunden, deren Leid nur schwer zu ermessen ist.

 

 

 

TSG Friesenheim

 

Lena Dettling (Tor), Juli Wolf (Tor), Sara Jelicic (1), Julia Noetzel, Johanna Werthmann (3), Felicity Gunst (2), Jana Heidger, Ina Scheffler (1), Mona Kuczaty (2), Melissa Engeln (3), Lena Peribonio (2), Luna Bohn (1), Rebecca Brecht (11/4)

 

TSV Wolfschlugen

 

Monik Thiemann (Tor), Meike Schmied (Tor), Laura Aurenz (2), Jasmin Dirmeier (6), Meike Wurster, Antonia Amann (1), Leni Blessing (3/1), Lisa-Marie Berz, Maike Wohnus (3), Jana Lorenz (2), Hanna Hojczyk (2), Nina Dierolf (1), Mara Kühnel, Jade Oral (2), Luisa Allgaier (4), Franziska Kaupp (5/3)

 

Schiedsrichter: Oliver Muttach, Nick Schillinger

 

Zuschauer: 100

 

Siebenmeter: 4/5 zu 4/5

 

Zeitstrafen: 5 zu 2

 

Rote Karten: 1 zu 1

 

Spielfilm: 1:0, 3:3, 5:7, 9:8, 10:15, 13:16 (HZ), 13:18, 16:19, 18:24, 21:28, 25:29, 26:31 (Ende)

 

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