Nach dem Heimsieg am letzten Wochenende gegen die SG Kappelwindeck/Steinbach machte sich viel Zufriedenheit bei unseren Eulenfrauen breit. Das gesteckte Saisonziel Top 4 sei so gut wie erreicht. Egal was noch komme, man würde auf jeden Fall eine hervorragende Spielzeit abschließen. Man habe sich weiterentwickelt und im Vergleich zur Vorsaison gesteigert. Alles Aussagen, die absolut zutreffend sind, aber auch vermuten lassen könnten, dass sich die Eulenfrauen im Saisonendspurt zurücklehnen und das Jahr auslaufen lassen. Doch wenn man die Mädels und Trainer auf das Spiel in Erlangen ansprach und ihnen dabei in die funkelnden Augen blickte, sah man die Lust sich in der Tabelle noch weiter zu verbessern. Mit einem Sieg in Erlangen würde man mit dem aktuell Tabellenzweiten gleichziehen und den direkten Vergleich für sich entscheiden. Sollte der TSV Wolfschlugen (derzeit Dritter) im zweiten Spitzenspiel des 20. Spieltages bei Tabellenführer Kurpfalz Bären unterliegen, wären drei Teams punktgleiche Verfolger der Ketscherinnen. Viele, viele Eventualitäten – und schwerer könnte die Aufgabe wohl nicht sein.
Das Team unseres Chefcoaches Eyub Erden trifft am Samstag um 20 Uhr in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle auf die Mannschaft der Stunde. Der HC Erlangen weiß schon gar nicht mehr, wie sich eine Niederlage anfühlt. Seit dem 15.11.2025 haben die Schützlinge von Trainerin Stefanie Mittasch nicht mehr verloren – Gegner seinerzeit: eine gewisse TSG Friesenheim aus Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz. Die Torfabrik der Staffel Süd (618 Tore in 19 Spielen, davon 573 aus dem Feld, sind einsamer Bestwert) hat seither 21:1 Punkte gesammelt und sich zum ersten Verfolger der Kurpfalz Bären gemausert. Lediglich der TSV Ismaning konnte sich zu Hause einer Niederlage erwehren und dem HC Erlangen einen Punkt abtrotzen.
Ähnlich wie unsere Eulenfrauen stehen die Mittelfranken für schnellen Handball, bei dem konsequent die erste und zweite Welle genutzt werden. Die erfolgreichste Torschützin ist Lara Carbone mit 102 Treffern, 37 davon per Siebenmeter. Beim deutlichen 23:33-Auswärtserfolg bei HCD Gröbenzell am letzten Wochenende fehlte die Linksaußen allerdings. Ihr folgt mit 96 Toren die gefährlichste Spielerin aus dem gebundenen Spiel – Rückraumspielerin Hannah Lichtlein. Eine große Stärke des HC Erlangen ist die Variabilität auf der rechten Angriffsseite. Mit Lotte Rothaug (84 Tore), Elena Beck (66, davon 7 Siebenmeter) und Hanna Lorz verfügt der Tabellenzweite über drei Linkshänderinnen, die flexibel eingesetzt werden können. Ida Subke (65 Tore in 15 Spielen), die Anfang Februar beim Heimsieg gegen die Kurpfalz Bären (27:25) zuletzt aktiv war, und Kreisläuferin Pia Catalina Contreras Blum (56 Treffer) sind weitere wichtige Stützen der Mannschaft.
Eyub Erden geht mit einigen Sorgenfalten in die Partie, glaubt aber an sein Team: „Neben Sara Jelicic werden noch Charlotte Lohr, Jana Stolle und Juli Wolf fehlen. Ich hoffe, dass es für Rebse Brecht reicht. Sie war die ganze Woche krank und es entscheidet sich erst am Freitag, ob sie mitfahren kann. Erlangen wird eine riesige Herausforderung. Sie konnten bisher alle acht Spiele der Rückrunde gewinnen. Wir müssen über den Kampf ins Spiel finden. Aber wenn wir unsere Stärken auf die Platte bringen, mit viel Leidenschaft und Willen, brauchen wir uns vor keiner Mannschaft verstecken.“
Es wartet also eine Mammut-Aufgabe auf unsere Mädels. Der Hinspielerfolg hat allerdings gezeigt, dass die Eyub-Sieben sich nicht chancenlos auf die gut 270 km lange Fahrt nach Erlangen macht, zumal man auch in der Vorsaison beide direkten Duelle für sich entscheiden konnte. Damals gelang als Aufsteiger zum Saisonauftakt die Sensation, als man mit 34:38 in Erlangen siegreich war. Im Rückspiel setzten sich die Eulenfrauen mit 34:30 durch. Von daher fehlt unseren Gastgeberinnen möglicherweise nicht nur die Kenntnis darüber, wie sich eine Niederlage anfühlt. Sie wissen bisher auch nicht, wie ein Sieg gegen die Eulenfrauen schmeckt.
Wir freuen uns auf jeden Fall auf ein temporeiches, hochklassiges, spannendes Duell im Kampf um den zweiten Tabellenplatz und wünschen uns zahlreiche Unterstützung in Mittelfranken.