Man kennt sich! Wenn am Samstag um 20 Uhr die TSG Haßloch zu Gast im TSG-Sportzentrum in Friesenheim ist, gibt es viel zu erzählen. Wege haben sich gefunden, wieder getrennt und kreuzen sich jetzt erneut. Egal wohin man schaut, finden sich alte Weggefährten. Berührungspunkte verwandeln sich in Erinnerungen, manche verstaubte Geschichte kann aufgewärmt werden. Und es werden neue geschrieben werden, denn erstmals treffen die beiden Teams in der 3. Liga aufeinander.
Die TSG Haßloch hat in der vergangenen Saison souverän die Meisterschaft in der Regionalliga Südwest gewonnen und sich so für die Aufstiegsspiele zur 3. Liga qualifiziert. In der Aufstiegsrunde konnte man sich dann mit 7:5 Punkten hinter Frisch Auf Göppingen II den zweiten Platz sichern und einen der begehrten Plätze in der dritthöchsten deutschen Spielklasse ergattern. Der Start in die neue Saison gestaltete sich jedoch etwas holprig. Nach der Auftaktniederlage zu Hause gegen Meisterschafts-Mitfavorit HC Erlangen (27:33) musste man sich am zweiten Spieltag stark dezimiert in Augsburg dem TSV Haunstetten mit 26:19 geschlagen geben, so dass die Bärinnen mit 0:4-Punkten aktuell den 10. Tabellenplatz belegen. Die bisherigen Ergebnisse dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei der TSG um eine eingespielte und zusammengewachsene Truppe handelt, die absolut schlagkräftig auf Drittliga-Niveau ist. Nicht umsonst konnten die Verantwortlichen bereits vor Abschluss der Aufstiegsrunde ligaunabhängig vermelden, dass nahezu der komplette Kader die Verträge verlängert hatte. Zudem konnten mit Julia Zengerle im Tor, Rechtsaußen Ariane Hilbig, Viviane Schranz sowie Ann-Christin Steinhart am Kreis und Rückraumspielerin Janneke Geigle hochkarätige Neuzugänge verpflichtet werden, was vor allem Letztgenannte mit 17 Toren in zwei Spielen eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.
Unser Co-Trainer Patrick Friedmann weiß um die Besonderheiten der Begegnung: „Spiele gegen Haßloch sind natürlich immer speziell. Wir treffen auf einige ehemalige Spielerinnen der TSG Friesenheim bzw. HLZ Rhein-Neckar-Pfalz, wie zum Beispiel Janneke Geigle, Medina Martinovic, Viviane Schranz, Angelina Schreyer, Maike Freitag und Katharina Scheid. Ich sehe in Haßloch einen sehr guten Aufsteiger mit guten Neuverpflichtungen. Sie stellen eine gute Abwehr mit starken Torhüterinnen. Vor allem auf Lucie Krein und Janneke Geigle müssen wir in der Offensive achten, aber auch der Kreis ist gut besetzt und generell können sie im Rückraum gut durchwechseln. Wir haben uns darauf in der Trainingswoche gut vorbereitet und sind froh, dass unser Kader im Vergleich zum letzten Spiel wieder etwas breiter ist. Für mich ist es natürlich auch besonders, weil ich auf der gegnerischen Bank mit Marc-Robin Eisel und Marvin Gerdon auf zwei ehemalige Mannschaftskameraden beim HLZ Friesenheim-Hochdorf treffe. Ich freue mich auf eine spannende, emotionale Begegnung.“
Die Vorfreude hat er mit Letztgenanntem gemein. „Wir freuen uns auf das Derby bei den Eulenfrauen – in Ludwigshafen erwartet uns eine starke Mannschaft und sicher eine tolle Atmosphäre. Wir wissen, dass wir dort über 60 Minuten konzentriert und mit einer stabilen Abwehr auftreten müssen. Insbesondere das starke Tempospiel der Eulen müssen wir in den Griff bekommen. Der Vizemeister der vergangenen Saison ist eine echte Herausforderung, doch Derbys haben ihre eigenen Gesetze – und genau diese Chance wollen wir mutig nutzen“, lässt der Sportliche Leiter Marvin Gerdon wissen.
Derbys sind das Salz in der Suppe und für alle Beteiligten vor der Partie ein Festtag. Die Natur des Sports bringt es leider mit sich, dass nach dem Spiel die Freude meist einseitig ist. Aber vielleicht gelingt es ja, dass man irgendwann von einem stimmungsvollen Match vor vollen Tribünen sowie einem fairen und hochklassigen Aufeinandertreffen zweier spielstarker Mannschaften redet. Und man dann eine weitere Geschichte hat, die in den folgenden Jahren fortgeschrieben werden kann.