Am Sonntag um 16:30 Uhr steht für unsere Eulenfrauen in der Fritz-Mannherz-Halle in Reilingen das nächste Derby an – allerdings unter komplett anderen Vorzeichen wie zuletzt im Spitzenspiel gegen die Kurpfalz Bären. Nach dem erfolgreichen „Spiel des Jahres“ wartet mit der HSG St. Leon/Reilingen ein Team auf unsere Eulenfrauen, das sich mitten im Kampf um den Klassenerhalt befindet. Von daher werden unsere Mädels auf einen Gegner treffen, der vor heimischer Kulisse alles in die Waagschale werfen wird, um siegreich von der Platte zu gehen.
„Ich habe bisher in meiner langen Trainerlaufbahn die Erfahrung gemacht, dass man sich nach einem gewonnenen Highlight-Spiel bei der nächsten Aufgabe sehr schwertut“, sieht auch unser Coach Eyub Erden eine leichte Gefahr im Erfolg der letzten Woche. „Daher war es unsere Aufgabe als Trainerteam in dieser Woche die Motivation und Konzentration auf das Spiel bei der HSG hochzuhalten. Unser Gegner spielt gnadenlos gegen den Abstieg. Sie werden alles von uns abverlangen. Wir haben zwar die letzten drei Begegnungen alle gewonnen, aber wir haben uns auch jedes Mal sehr schwergetan. Aber wenn es uns gelingt, annähernd an die Leistung vom letzten Spiel anzuknüpfen, bin ich mir sicher, dass wir die zwei Punkte mit nach Hause nehmen können.“
Wie schwer die Aufgabe gegen die HSG sein kann, zeigt auch das Hinspiel. Der 34:28-Heimsieg der Eulenfrauen wirkt auf den ersten Blick deutlich, entspricht aber nur zum Teil dem Spielverlauf. Tatsächlich lagen seinerzeit die Gäste bis zur 35. Minute mit 16:19 in Führung, ehe ein 11:0-Lauf innerhalb von 10 Minuten die Partie zugunsten der TSG Friesenheim drehte.
Die HSG St. Leon/Reilingen ließ zu Saisonbeginn mit einem Heimsieg gegen den SV Allensbach aufhorchen, konnte sonst aber lediglich in beiden Spielen gegen Tabellen-Schlusslicht HCD Gröbenzell doppelt punkten. Zwei Unentschieden zu Hause gegen TuS Schutterwald und die Kurpfalz Bären komplettieren die 8 Punkte auf der Habenseite, die aktuell den 11. Tabellenrang bedeuten. Der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, den der TSV Haunstetten innehat, beträgt zwei Punkte. Mit dem Heimsieg am vergangenen Wochenende gegen Gröbenzell hat das Team von Trainer Daniel Weinheimer Selbstvertrauen getankt und den Anschluss an die Klassenerhalts-Region wiederhergestellt. Die gefährlichste Torschützin ist die Halblinke Samira Schulz mit 80 Treffern, davon 21 per Siebenmeter. Auf sie folgt Rechtsaußen Madeleine Hornstein (74 Tore), Annika Rimpf (Linksaußen und Rückraum Mitte, 61 Tore, 36 per Siebenmeter) und Leonie Scholl, die ihre 48 Tore über den rechten Rückraum erzielte. Nicola Baumann (Kreis), Lisa Haupt (Rückraum Mitte) und Nicole Weschenfelder (ebenfalls Spielmacherin) waren je 35mal erfolgreich. Letztgenannte schaut zusammen mit ihrer Schwester Celina (Linksaußen) auf eine gemeinsame Friesenheimer Vergangenheit zurück.
Ein besonderes Spiel wird es für unsere Rückraum-Akteurin Melissa Engeln. „Ich freue mich sehr auf das Spiel in Reilingen. Es ist für mich nicht nur ein Derby, sondern auch die Rückkehr an meine alte Wirkungsstätte. Ich habe dort zwei Saisons gespielt, ich mag die Halle und erwarte einige bekannte Gesichter, darunter sehr gute Freunde von mir. Ich denke, die HSG wird alles geben, sie brauchen jeden Punkt, um in der Liga zu bleiben. Aber ich weiß, dass wir genauso motiviert in das Spiel gehen und so auftreten wollen wie letzte Woche gegen Ketsch. Wenn uns das gelingt, stehen unsere Chancen sehr gut. Sorry St. Leon, wir wollen die Punkte auf jeden Fall mit nach Hause nehmen“, lässt unsere Rückraum-Shooterin lächelnd wissen.
Außer Sara Jelicic steht unserem Coach der gesamte Kader zur Verfügung. Im Saisonfinale macht sich bereits etwas Wehmut bei Eyub Erden breit: „Ein persönlicher Traum von mir wäre, zum Abschluss meiner Trainertätigkeit für die Eulenfrauen die Runde mit einer Siegesserie zu beenden. Es wird nicht einfach, aber ich vertraue auf mein Team.“
Also Mädels, ihr werdet doch eurem Eyub diesen Wunsch nicht abschlagen wollen…