SV Allensbach – TSG Friesenheim 36:23 (20:12)
Gnadensee – so wird ein Teil des „Untersee“ genannten westlichen Abschnitt des Bodensees zwischen Allensbach und der Insel Reichenau genannt. Gnadenlos war dagegen der Sportverein Allensbach, der unsere Eulenfrauen mit einem 36:23 nach Hause schickte und so auf zwei Zähler zu unseren Mädels aufgeschlossen hat. Die TSG Friesenheim belegt nach der Auswärtsniederlage mit 21:11 Punkten nunmehr den vierten Tabellenplatz
Trotz zweier kurzfristiger Ausfälle (Sara Jelicic verletzte sich im Abschlusstraining am Freitag und Johanna Werthmann musste krankheitsbedingt die Hinfahrt abbrechen) hatte Coach Eyub Erden mehr von seiner Mannschaft erwartet und war nach dem Spiel entsprechend enttäuscht: „Allensbach war in diesem Spiel in allen Belangen besser als wir. Der SVA hatte einen optimalen Tag erwischt. Egal was Sie gemacht haben ist Ihnen gelungen und die Torhüterin hat uns mit ihren Paraden zur Verzweiflung gebracht. Wir können dieses Spiel nur vergessen machen und uns bei unseren Fans, die bis nach Allenbach mitgefahren sind, für die schwache Leistung entschuldigen. Die Gelegenheit dazu bietet sich am kommenden Wochenende im Derby gegen Ketsch. Da wollen wir eine Reaktion zeigen und in diesem Spiel alles geben, um zu gewinnen.“
Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt: Lediglich bis zum Stand von 4:4 nach fünfeinhalb Minuten konnten die Eulenfrauen die Partie offen gestalten. Rebecca Brecht und Jana Stolle waren je zweimal erfolgreich. Ein 3:0-Lauf der Gastgeberinnen während einer Zweiminutenstrafe gegen Jana Heidger bedeutete eine frühe erste Auszeit von Eyub Erden nach zehn Minuten. Doch lediglich zwei Minuten lang sah es so aus, als könnten unsere Mädels die Partie ausgeglichener gestalten. Topscorerin Greta Rinkeviciute (insgesamt 14 Treffer) vollendete eine Serie von vier Toren ihrer Farben zum 12:6 – nächste Auszeit Friesenheim (19. Minute). Am Spielverlauf änderte sich aber wenig. Weiterhin bissen sich die Eulenfrauen an der starken Abwehr der Allensbacherinnen um Kapitänin Katharina Bok die Zähne aus und fanden ihrerseits kein Mittel gegen das variantenreiche Angriffsspiel des SVA. Die Baden-Württembergerinnen bauten ihre Führung kontinuierlich aus, mit 20:12 ging es in die Kabinen.
Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts erhielt Tabea Luickx eine Zeitstrafe, die Allensbach zur ersten 10-Tore-Führung nutzte. Wieder vollzählig keimte zumindest ein kurzer Hoffnungsschimmer auf, Tabea Luickx, Rebecca Brecht und Mona Kuczaty verkürzten auf 22:15. Doch in der Folge ließen die Eulenfrauen mehrere Male die Chance liegen weiter zu verkürzen und die Gastgeberinnen setzten sich mit einem 5:1 innerhalb von fünf Minuten auf 27:16 ab (45. Minute). Spätestens mit dem 31:18 durch Katharina Bok in der 52. Minute war die Partie entschieden, auch wenn Admira Zvekic, Jana Heidger und Tabea Luickx nochmals drei Treffer in Folge erzielen konnten. Am Ende stand ein 36:23 auf der Anzeigetafel und bei den mitgereisten Fans war die Ernüchterung vor der langen Heimfahrt groß.
Die Augen sind jetzt voll und ganz auf das Derby am Samstag um 19:30 Uhr im TSG Sportzentrum gegen den Aufstiegsfavoriten Kurpfalz Bären gerichtet. Allen Beteiligten dürfte klar sein, dass eine deutliche Leistungssteigerung von Nöten sein wird, um den Tabellenführerinnen die Stirn bieten zu können. Aber dass dies möglich ist, haben unsere Mädels schon oft genug bewiesen. Also aufstehen, Krone richten und weiter geht’s…
Sportverein Allensbach
Katharina Imhof (Tor), Dajana Petrovic (Tor), Julia Huber (Tor), Rahel Müller (4/1), Kyra Teixeira da Silva (5), Jule Böhler (1/1), Katharina Bok (3), Julika Schmidt (1), Greta Rinkeviciute (14/8), Laura Strlek (1), Marie Teusch (1), Stella-Marie Wendel (2), Katja Allgaier (4), Jennifer Heinstadt
TSG Friesenheim
Lena Dettling (Tor), Juli Magdalena Wolf (Tor), Jana Stolle (2), Lilly Allgaier, Jana Heidger (6), Admira Zvekic (2), Mona Kuczaty (4), Melissa Engeln, Linda Götz, Charlotte Lohr, Rebecca Brecht (7/5), Tabea Luickx (2)
Schiedsrichter: Tobias Hägele, Stefan Schmid-Denzinger
Zuschauer: 170
Siebenmeter: 10/10 zu 5/6
Zeitstrafen: 0 zu 3
Spielfilm: 1:0, 4:4, 8:5, 12:6, 15:10, 20:12 (HZ), 22:12, 22:15, 27:16, 31:18, 31:21, 36:23 (Ende)