0
Allgemein

Eulenfrauen krallen sich die Vize-Meisterschaft!

Es ist der krönende Abschluss einer überragenden Saison! Mit einem fulminanten Auswärtssieg (35:39) bei der stark aufspielenden SG Schozach-Bottwartal konnten unsere Mädels am letzten Spieltag den zweiten Tabellenplatz erringen. Dabei profitierten sie von den Niederlagen der punktgleichen Teams HC Erlangen (30:31 zu Hause gegen TSV Ismaning) und TSV Wolfschlugen, der sich am Sonntag bei der SG Kappelwindeck/Steinbach mit 32:27 geschlagen geben musste. Dankbare Grüße gehen von daher in den Norden von München, der neuen Heimat unserer Lilly Allgaier ab der kommenden Saison, und ins Baden-Badener Rebland.

 

Vor 222 Zuschauern (davon 25 Fans unserer Mädels inklusive Trommeln und Eule) entwickelte sich ein temporeiches Spiel auf hohem Niveau. Vor allem zu Beginn sah man auf der Tribüne Kopfbewegungen wie beim Tennis. Es ging überfallartig hin und her, auf jede Führung folgte umgehend der Ausgleich, so dass es nach sechs Minuten bereits 6:6 stand. Während die Gastgeberinnen über schnelle Eins-gegen-Eins Aktionen ihrer Rückraumspielerinnen Sonja Christel, Aylin Bornhardt und Nina Dierolf zum Erfolg kamen, war es auf Seiten der Eulenfrauen einmal mehr Spielmacherin und Kapitänin Rebse Brecht, die über die schnelle Mitte entweder selbst den Abschluss suchte oder ihre Außenspielerinnen in Szene setzte. Mona Kuczaty (3 Tore) und Jana Stolle (2 Treffer, beim 2:3 per herrlichem Heber) verwandelten souverän. In der Folge scheiterten unsere Mädels aber an Torhüterin Jana Brausch, so dass sich die Gastgeberinnen mit 9:6 absetzen konnten. Auszeit Friesenheim, in der die bis dahin glücklose Lena Dettling den Platz zwischen den Pfosten zugunsten Juli Wolf räumte. Und die fand direkt gut ins Spiel, zeigte beim Stand von 9:8 ihre erste von insgesamt sechs Paraden in der ersten Halbzeit und hatte so großen Anteil am 9:9 nach 12 Minuten (Mona Kuczaty und zweimal Tabea Luickx trafen). Bis zur 19. Minute (11:11) beruhigte sich die Partie etwas, dann konnte die SG Schozach-Bottwartal erneut vorlegen. Dass der Treffer von Paula Hofer in der 22. Minute zum 15:12 die letztmalige Führung der Gastgeberinnen bedeuten sollte, war da noch nicht abzusehen. Lena Peribonio benötigte nur 5 Sekunden zum 15:13 und startete eine ganz starke Phase der Eulenfrauen, die defensiv im Verbund mit ihrer Torhüterin gut standen und das Spiel über die Außen entdeckten. Das 15:14 ging auf das Konto von Rechtsaußen Felicity Gunst, die ihre Drittliga-Premiere feierte und ihren ersten Wurf aus spitzem Winkel an Torhüterin Samia Hornung vorbeibrachte. Rebecca Brecht, Jana Heidger, erneut Lena Peribonio und Jana Stolle nach gehaltenem Siebenmeter von Juli Wolf vollendeten den 6:0-Lauf zum 15:18 (28.). Mit einem spektakulären Rückraumwurf aus gut 11 Metern stellte Rebse Brecht mit der Schlusssirene den 16:19-Halbzeitstand her.

 

Auch die zweite Halbzeit begann mit hohem Tempo, war aber auf beiden Seiten fehlerhafter als die Startphase des ersten Durchgangs. Erst nach dem 21:23 durch Linksaußen Lena Peribonio (39.), die mit 8 Toren die beste Eulen-Schützin des Tages war, kehrte in die Angriffe unserer Mädels wieder etwas mehr Ruhe ein. Dennoch konnte sich die Erden-Sieben nicht weiter absetzen, aber stets eine Führung zwischen 1-3 Toren behaupten. Beim Stand von 27:29 nach 45 Minuten kehrte Lena Dettling zwischen die Pfosten zurück und als hätte sie sich ihren Einfluss auf das Match für die Schlussphase aufgespart, zeigte sie sofort ihre erste Parade. Auf Seiten der Gastgeberinnen war Paula Hofer nicht zu stoppen. Ihrem Treffer zum 30:32 folgte der Anschlusstreffer durch Linksaußen Hannah Hönig nach 50 Minuten. Doch wie auch schon im ersten Abschnitt, gehörte die Schlussphase den Eulenfrauen. Lena Dettling war bei drei Siebenmetern am Stück nicht zu überwinden, Johanna Werthmann traf zweimal und Jana Stolle sowie Admira Zvekic in ihrem letzten Spiel der Karriere entschieden die Partie (31:36, 53. Minute). Die SG gab sich nicht auf, doch drei Tore von Jana Heidger zum 33:39 (59.) beseitigten die letzten Restzweifel. 38 Sekunden vor Spielende sorgte Co-Trainer Patrick Friedmann mit seiner Auszeit kurz für Aufregung beim gegnerischen Trainer, doch schnell wurde klar (nicht zuletzt durch die Durchsage des Hallensprechers), dass die Unterbrechung einzig der Würdigung der beiden scheidenden Übungsleiter Michael Walter und Eyub Erden diente. „Ehren-Eyub, Ehren-Eyub“ schallte es aus der Spielerinnen-Traube, die Eulen-Fans auf der Tribüne stimmten ein. Wenig später ging die gute Stimmung in den Jubel über den 35:39-Auswärtssieg über. Die Eulenfrauen hatten damit den Patzer des HC Erlangen am frühen Nachmittag ausgenutzt und gegenüber dem TSV Wolfschlugen vorgelegt. Der 3. Tabellenplatz war gesichert und sollte sich am Sonntag noch in die Vize-Meisterschaft steigern. Eine unfassbare Leistung im zweiten Drittliga-Jahr!!! Zudem sicherte sich unsere Kapitänin Rebse Brecht mit 168 Toren den Titel der Torschützenkönigin der Staffel Süd.

 

Eyub Erden mit seiner letzten Spielanalyse als Trainer der Eulenfrauen: „Ich bin überglücklich, dass wir die Saison mit einem Sieg und einer Serie von sechs ungeschlagenen Spielen beendet haben. Daher Glückwunsch an meine Mädels, auf die ich sehr, sehr stolz bin. Das Spiel war sehr intensiv, beide Mannschaften haben nochmal Vollgas gegeben. Ein großes Kompliment an unsere Gegnerinnen, die uns alles abverlangt und den Sieg sehr schwer gemacht haben. Vor allem mit ihren beiden Jugend-Nationalspielerinnen Aylin Bornhardt und Paula Hofer hatten wir Probleme. Heute haben wir das Spiel nicht in der Abwehr, sondern ganz klar im Angriff gewonnen. Es ist eine Riesenleistung auswärts 39 Tore zu erzielen, dadurch ist es nicht schmerzhaft, wenn man 35 Gegentore bekommt.“

 

Auch Admira Zvekic, die ihre Karriere aus gesundheitlichen Gründen beendet, war zufrieden mit dem Spiel, aber auch angefasst von ihrem Abschied: „Das Spiel gestern Abend war noch einmal ein echtes Highlight. Es war ein intensives Spiel, in dem wir bis zur letzten Sekunde alles investiert haben. In den letzten zehn Minuten konnten wir uns entscheidend absetzen und den Sieg sichern. Damit haben wir als Team erneut gezeigt, dass wir zurecht an der Tabellenspitze stehen.

 

Für mich persönlich hatte dieses Spiel eine ganz besondere Bedeutung. Nach 20 Jahren Handball habe ich mich entschieden, dass diese Saison meine letzte sein wird. Es ist Zeit, die Schuhe an den Nagel zu hängen und ich mache das mit einem guten Gefühl. Die TSG Friesenheim war zwar nicht meine erste Mannschaft in Deutschland, aber man verabschiedet sich dort, wo man sich zuhause fühlt. Ich bin unglaublich dankbar und glücklich Teil dieses Teams gewesen zu sein. Es war nicht nur eine Handballmannschaft, wir waren eine Familie. Wir haben uns gegenseitig unterstützt, motiviert und waren immer füreinander da. Obwohl ich nur eine Saison hier gespielt habe, wurde ich von Anfang an herzlich aufgenommen und habe mich im Team wohlgefühlt. Diese Saison hatte für mich eine ganz besondere Bedeutung, vor allem, weil ich die Möglichkeit hatte, nicht nur als Spielerin Teil des Teams zu sein, sondern auch mit unserem Trainer Eyub Erden zusammenzuarbeiten. Auch sportlich war es ein erfolgreiches Jahr. Wir haben starke Leistungen gezeigt und gute Ergebnisse erzielt. Ein großes Dankeschön geht dabei auch an unsere Fans und Helfer, die uns sogar bei Auswärtsspielen begleitet und unterstützt haben. Das ist alles andere als selbstverständlich. Ebenso möchte ich mich beim Vorstand und allen bedanken, die im Hintergrund so viel Arbeit leisten und den Spielbetrieb überhaupt möglich machen.

Die letzten beiden Spiele waren für mich sehr emotional. Erst da wurde mir bewusst, dass kein weiteres Spiel mehr folgen wird. Letzte Woche hat sich die Mannschaft von mir verabschiedet und für mich ist klar: Es ist ein Abschied vom Handball, aber nicht von den Menschen, die dieses Team so besonders machen. Danke für alles. Ich wünsche meinem Team und allen Neuzugängen viel Erfolg für die kommende Saison!“

 

Mit dem 22. Spieltag endet auch die Berichterstattung über die Saison 2025/26. Vielen Dank für das Interesse sowie das durchaus positive Feedback. Wir hoffen, wir konnten euch, liebe Leser, informieren, berühren und unterhalten. Ein herzliches Dankeschön geht an Frank Stolle, der bei einigen Spielen als Berichterstatter eingesprungen ist.

 

Allen eine schöne Sommerzeit, wir sehen und hören uns zur neuen Saison.

 

 

SG Schozach-Bottwartal

 

Hanna Krause (Tor), Samia Hornung (Tor), Jana Brausch (Tor), Tabea Heidecker (Tor), Hannah Hönig (9/3), Lena Siebert (3), Liv Fiederer (1), Charlotte Beh, Carlotta Hees (2), Paula Hofer (8), Aylin Bornhardt (4/1), Lea Thierer, Nina Dierolf (3), Sonja Christel (5), Malin Metzger

 

 

TSG Friesenheim

 

Lena Dettling (Tor), Juli Wolf (Tor), Jana Stolle (6), Johanna Werthmann (3), Felicity Gunst (1), Jana Heidger (7/2), Admira Zvekic (1), Mona Kuczaty (4), Melissa Engeln, Lena Peribonio (8), Linda Götz (1), Rebecca Brecht (5/1), Tabea Luickx (3)

 

Schiedsrichter: Fabian Schwarz, Arthur Krispenz

 

Zuschauer: 222

 

Siebenmeter: 4/8 zu 3/3

 

Zeitstrafen: 2 zu 5

 

Spielfilm: 0:1, 5:5, 9:6, 11:11, 15:12, 15:18, 16:19 (HZ), 18:21, 22:23, 26:29, 31:32, 31:36, 33:39, 35:39 (Ende)

Weitere Neuigkeiten