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Eulenfrauen

Die Bürde der Favoritenrolle – Mühsamer Heimsieg gegen HCD Gröbenzell (33:27)

„Um nach vorne zu kommen und dort zu bleiben, kommt es nicht darauf an, wie gut

du bist, wenn du gut bist, sondern wie gut du bist, wenn du schlecht bist.“ Dieses Zitat von Martina Navratilova (ehemalige Tennisspielerin, die insgesamt 332 Wochen die Weltrangliste anführte, ehe sie 1987 von Steffi Graf abgelöst wurde) nutzte unser Coach Eyub Erden zur Analyse der Partie gegen den Tabellenzwölften aus der Gemeinde Fürstenfeldbruck und brachte damit das Geschehen auf den Punkt. Die Eulenfrauen mussten sich mehr mühen als ihnen beliebte, behielten letztlich aber verdient mit 33:27 die Oberhand. Damit bauten Brecht, Heidger und Co. ihre Heimbilanz auf 20:2 Punkte aus und bleiben nach fünf Spielen ohne Niederlage im Rennen um die Vize-Meisterschaft.

 

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des letzten Heimspiels und der Verabschiedung einiger Spielerinnen sowie Erfolgs-Coach Eyub Erden nach der Partie. Möglicherweise war dies auch ein Teilaspekt, weshalb die Eulenfrauen zu Beginn der Partie den Gästen die Initiative auf der Platte überlassen mussten. Der HCD Gröbenzell, der bereits vor dem Gastspiel in Friesenheim als Absteiger in die Regionalliga Bayern feststand, zeigte sich als Party-Crasher und dominierte die ersten 15 Minuten. Verena Schimpf präsentierte sich als treffsichere Halblinke, Ramona Nittel und Ines Illies glänzten auf der rechten Angriffsseite und Spielmacherin Jule Hultsch zeigte ihre Qualitäten als Vorbereiterin und Torschützin. Nach dem zwischenzeitlichen 3:3 durch Jana Stolle setzten sich die Gäste auf 4:8 ab und erzwangen die erste Auszeit der Heimmannschaft. „In der ersten Halbzeit fand ich Gröbenzell sehr stark. Vor allem ihre Rückraum-Würfe waren sehr platziert und gut vorbereitet“, war Eyub Erden beeindruckt vom Auftritt der Gäste. Dies sollte sich zunächst auch nicht ändern. Verena Schimpf und Jule Hultsch zeigten sich weiter treffsicher und stellten mit 5:11 nach 15 Minuten die höchste Führung her. Theresa Bauer im Tor der Gäste trug mit mehreren Paraden ihren Teil zum starken Auftritt des HCD Gröbenzell bei. Dann aber schalteten unsere Mädels einen Gang höher: Mona Kuczaty, Admira Zvekic, Rebecca Brecht und Tabea Luickx brachten ihre Farben mit einem 4:0-Lauf wieder auf Tuchfühlung. Die 254 Eulen-Fans waren jetzt voll da, mussten aber noch etwas auf den Ausgleich warten. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit sah es beim Stand von 12:14 und Unterzahl aufgrund einer Zeitstrafe gegen Jana Heidger nach einer Pausenführung des Tabellenzwölften aus, doch Johanna Werthmann sowie Rebecca Brecht hatten andere Pläne und glichen zum 14:14-Halbzeitstand aus. „Es war sicherlich nicht unser bester Auftritt. Umso wichtiger war jedoch unsere geschlossene Mannschaftsleistung. Selbst ein Rückstand von sechs Toren hat uns nicht verunsichert. Wir haben weiter an uns geglaubt und konsequent unser Spiel durchgezogen“, sah Tabea Luickx im Kollektiv den Schlüssel zur Wende.

 

Dies sollte sich in der zweiten Halbzeit auch schnell auf der Anzeigetafel zeigen. Die Defensive zeigte sich deutlich griffiger. Anna Spatz und Linda Götz glänzten im Verlauf des zweiten Spielabschnitts mit 2 bzw. 3 Steals und leiteten damit einfache Tore ein. Zunächst gelang aber Verena Obermeier mit ihrem Treffer zum 14:15 die letzte Führung der Gäste, ehe Melissa Engeln mit zwei erfolgreichen Abschlüssen in Folge die Eulenfrauen erstmals in Front brachte (16:15, 33. Minute). Zweimal Rebecca Brecht, zweimal Jana Heidger und Admira Zvekic erhöhten auf 21:17 nach 40 Minuten. In der Auszeit fand Gäste Coach Andreas Dittiger geeignete Mittel, um sein Team zurück ins Spiel zu bringen. Rebecca Beck, Ramona Nittel und Jule Hultsch verkürzten innerhalb von dreieinhalb Minuten wieder auf 21:20. Doch auch davon ließen sich unsere Mädels nicht beeindrucken und konterten ihrerseits durch Mona Kuczaty (2 Tore), Jana Heidger und Tabea Luickx zum 25:20 nach 46 Minuten. Die Eulenfrauen kontrollierten in der Folge die Partie, ohne sich weiter absetzen zu können. Zu hoch war nach wie vor die Anzahl der technischen Fehler (insgesamt 15 im Verlauf der Partie), wobei sich die Eyub-Sieben beim Torabschluss in der zweiten Halbzeit deutlich effektiver zeigte. Acht Fehlwürfen in den ersten 30 Minuten standen nur 2 vergebene Torchancen in der zweiten Hälfte gegenüber. So konnten die Gäste bis zur 53. Minute (28:25) in Schlagdistanz bleiben, der Partie aber keine entscheidende Wendung mehr verpassen. Johanna Werthmann und Linda Götz stellten den 33:27-Endstand her. Einen weiteren Treffer von Linda Götz verhinderte die Schlusssirene.

 

Letztlich führte eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit zum verdienten Sieg. Nochmals Tabea Luickx: „Wir konnten nach der Pause vor allem über unser Tempospiel überzeugen und das Spiel drehen. Besonders hervorzuheben ist Rebse (7 Tore und 7 Assists), die als Kapitänin Verantwortung übernommen und die Mannschaft mitgezogen hat.“

 

Bei der Verabschiedung nach dem Spiel im Foyer des TSG-Sportzentrums stellte sich dann nur noch eine Frage: Wer hat hier Zwiebeln geschnitten? Martin Buschsieper verabschiedete in seiner unnachahmlich charmanten Art zusammen mit Marcel Mayer die scheidenden Spielerinnen Anna Spatz, Lara Tüfenk, Admira Zvekic, Tabea Luickx, Lilly Allgaier und Julia Böhler. Schon hierbei zeigten sich bereits die ersten glasigen Augen. Richtig emotional wurde es dann bei der Verabschiedung von Eyub Erden, durchgeführt von Kapitänin Rebecca Brecht, die nach neun gemeinsamen Jahren während ihrer Laudatio mit den Tränen kämpfte. „Die Verabschiedung war sehr schön. Nochmal möchte ich mich bei meiner Mannschaft, den Verantwortlichen und unseren Fans dafür bedanken“, war unser Coach gerührt, ohne sein Trainerteam zu vergessen. „Den Erfolg der letzten Jahre haben wir zusammen geschafft!“

 

Es verbleibt noch ein letztes gemeinsames Spiel am Samstag um 18 Uhr bei der SG Schozach-Bottwartal. Bei einem Sieg und gleichzeitigen Punktverlusten der Konkurrenz winkt die Vize-Meisterschaft. Was gäbe es Schöneres zum Ende einer Saison – und zum Ende einer Ära…

 

 

TSG Friesenheim

 

Lena Dettling (Tor), Juli Wolf (Tor), Anna Spatz, Jana Stolle (2), Johanna Werthmann (2), Jana Heidger (5), Admira Zvekic (4), Mona Kuczaty (4), Melissa Engeln (3), Lena Peribonio (2), Linda Götz (1), Rebecca Brecht (7/1), Tabea Luickx (3)

 

HCD Gröbenzell

 

Eleni Christoforis (Tor), Theresa Bauer (Tor), Antonia Scherpf (Tor), Jule Hultsch (8/2), Rebecca Beck (3), Emilia Busato, Verena Zerbes (1), Johanna Leubner (2), Ramona Nittel (2), Verena Obermeier (2), Sabrina Lipp (1), Lisa Salvermoser, Verena Schimpf (6), Ines Illies (2)

 

Schiedsrichter: Sven Beck, Fabian Hochstuhl

 

Zuschauer: 254

 

Siebenmeter: 1/1 zu 2/2

 

Zeitstrafen: 1 zu 4

 

Spielfilm: 0:1, 3:3, 4:9, 5:11, 11:12, 14:14 (HZ), 14:15, 18:16, 21:17, 21:20, 26:21, 28:25, 33:27 (Ende)

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