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Eulenfrauen

Saisonfinale bei der SG Schozach-Bottwartal

Wenn am Samstagabend um ca. 19:30 Uhr in der Langhanshalle in Beilstein die Schlusssirene erklingt (Spielbeginn ist um 18 Uhr), können unsere Eulenfrauen unabhängig vom Spielausgang und der damit verbundenen Tabellenposition auf eine überragende zweite Saison in der 3. Liga Staffel Süd zurückblicken.

 

Dies hat den Autor dieser Zeilen dazu bewegt von der gewohnten Vorberichterstattung inklusive ausführlicher Gegneranalyse abzuweichen und den Blick darauf zu wenden, was die Eulenfrauen ausmacht. Die Entwicklung dieses Teams ist phänomenal und scheint noch lange nicht abgeschlossen zu sein. Das bezieht sich aber nicht nur auf die sportliche Leistung auf der Platte, sondern auf das große Ganze um die Spielerinnen herum. Dabei hat die folgende Aufzählung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und entspringt einzig und allein den Gedanken des Verfassers dieser Zeilen, die sich sowohl an die langjährigen Begleiter der TSG Friesenheim Damen 1 richten als auch an alle, die vielleicht noch auf der Suche nach ihrer neuen Lieblings-Mannschaft sind. Also – here we go!!!

 

E    wie Emotionen

 

  • Egal welche Gefühlslage gerade vorherrschend ist – man bekommt sie offen präsentiert. Sei es die Vorfreude auf die anstehende Partie während des Warmmachens, die sich zum Beispiel im sympathischen Dauergrinsen unserer Eins gegen Eins-Rückraum-Granate Johanna Werthmann widerspiegelt, oder im kampfbereiten Siegeswillen, abzulesen bei so mancher Fotografie unserer Kreis- und Rückraum-Allrounderin Jana Heidger. Freude und Enttäuschung, Wut und Empörung, sind allgegenwärtig, wobei sich der Ehrgeiz und die Gier nach sportlichem Erfolg wohltuend mit einer gewissen Lockerheit und Unaufgeregtheit verbinden. Man merkt, Handball ist wichtig, aber eben auch nur eine wichtige Nebensache im Laufe der Welt!

 

U      wie Ulrich Thelen unvergessen!

 

  • Als die Eulenfrauen noch in der Regionalliga spielten und nur die wenigsten an die sportliche Entwicklung der Mädels glaubten, war er schon ein verlässlicher und stets präsenter Eckpfeiler auf der noch spärlich besetzten Tribüne. Leider verstarb Uli im Juni 2024 und konnte so den Aufstieg in die 3. Liga nicht mehr miterleben. Sein „Eulen-Power“ bleibt unvergessen und lebt nach jedem Spiel beim Dank der Eulenfrauen an die eigenen Fans weiter.

 

L       wie Leitung

 

  • Sowohl die Führung der Mannschaft durch das gesamte Trainer-Team bestehend aus Eyub Erden, Patrick Friedmann, Yvonne Rolland und Torwarttrainer Ziga Urbic als auch die Sportliche Leitung um Martin „Buschi“ Buschsieper sowie Marcel Mayer sorgen dafür, dass die Eulenfrauen sich ausschließlich auf ihre Kernaufgabe konzentrieren können – Handball spielen. Dabei ist sicherlich so manche Aufgabe nicht vergnügungssteuerpflichtig und wird dennoch mit Passion und Ernsthaftigkeit zuverlässig angegangen. Das Handball- und Eulenfrauen-Herz schlägt an jeder Stelle spürbar – ein wesentlicher Baustein in der Entwicklung des Tems!!!

 

E      wie Eyub Erden

 

  • „Alles, was hier entstanden ist, trägt seine Handschrift!“ Die Worte von Buschi bei der Verabschiedung unseres Erfolgs-Coaches bringen es perfekt auf den Punkt, auch wenn Eyub in seiner gewohnten Bescheidenheit die Anerkennung direkt an seine Mannschaft und sein Trainerteam weitergegeben hat. Er hinterlässt riesige Fußspuren und kann stolz auf sich und seine Mannschaft sein.

 

N      wie Nervenstärke

 

  • Egal, wie groß der Rückstand während einer Partie war, unsere Eulenfrauen haben nie die Nerven verloren und haben ruhig ihr Konzept verfolgt. So wurden diverse Partien (wie zuletzt beim Heimspiel gegen HCD Gröbenzell) gedreht und in Zählbares umgewandelt. Auch nach Niederlagen wurde aus diesen gelernt, aber konsequent an den eigenen Stärken festgehalten und weiterhin an die Spielidee des Trainers geglaubt. Unsere Mädels bringt nichts aus der Ruhe!

 

F       wie Fans

 

  • Egal wie’s steht, egal wie weit der Weg, sie sind immer hier und geben alles für ihr Team. Auch wenn die Aussichten aufgrund eines kleinen Kaders (wie zum Beispiel bei den Auswärtsfahrten nach Haunstetten und Erlangen) gering waren und die Entfernung dazu einlud, die Partie zu Hause auf dem Sofa zu verfolgen, machte sich doch stets eine lautstarke Entourage mit auf den Weg in fremde Hallen. Ausgerüstet mit Trommeln (großer Dank an die Sektion Ziga und Familie Weimann), Klatschern und leistungsstarken Stimmbändern habt ihr, liebe Fans, einen enormen Anteil am Erfolg unserer Mädels. DANKE, DANKE, DANKE!!!

 

R      wie rennen, rennen und nochmals rennen

 

  • Das aufdringlichste Merkmal des Eulenfrauen-Handballs ist das Tempospiel! Beginnend bei unseren Torfrauen Lena Dettling und Juli Wolf, die blitzartig und zielgenau die Bälle an den Mittelkreis oder zu einer Mitspielerin in der ersten Welle passen, wird stets der schnellste Weg zum Torerfolg gesucht. Die schnelle Mitte, oft über Spielmacherin und Kapitänin Rebecca „Rebse“ Brecht, macht ihrem Namen alle Ehre und wird ligaweit gefürchtet. Wer Highspeed mag, kommt bei unseren Mädels voll auf seine Kosten!

 

A      wie Aggressivität

 

  • Den größten Entwicklungsschritt hat die Mannschaft wohl in der Defensive gemacht. Gerade über die Abwehrarbeit konnten Spiele oftmals entschieden oder gedreht werden. Ballgewinne und Paraden sind häufig der Ausgangspunkt für schnelle Tempogegenstöße und einfache Tore – ein wesentlicher Bestandteil der Spielidee!

 

U      wie Unterstützer

 

  • Hier einzelne Namen zu nennen, wäre schlicht unfair gegenüber denjenigen, die nicht aufgezählt werden, von daher lassen wir das in der Hoffnung, dass sich alle Personen widergespiegelt fühlen, die so viel für unsere Mädels investieren. Sei es Catering, Auswärtsfahrten, Organisation und Durchführung der Heimspiele, Social Media oder Homepage-Pflege – in allen Bereichen helfen Menschen, die das nicht machen müssten und unverzichtbar sind! Auch hier ein dickes, fettes DANKE, DANKE, DANKE!!!

 

E      wie Eulennest

 

  • Die Heimbilanz von 10 Siegen bei nur einer Niederlage spricht Bände und zeigt die Heimstärke im Verbund mit den Fans. Das TSG Sportzentrum hat sich zu einer wahren Festung entwickelt. Unvergessen bleibt der Heimsieg vor 550 Zuschauern gegen Staffelprimus Kurpfalz Bären. Aber nicht nur das – „Eulennest“ steht auch für Behaglichkeit, Wohlfühlen und Wärme. All dies bietet das Gesamtkonstrukt unter dem Dach des Hauptvereins TSG Friesenheim auch im Hinblick auf die weitere Entwicklung in den kommenden Jahren.

 

N      wie Nachhaltigkeit

 

  • Zum Umgang mit Erfolg gehört, dass man nicht den Boden unter den Füßen verliert und sich nicht zu Schritten verleiten lässt, die man später vielleicht bereut. Von daher setzt man bei den Eulenfrauen auf Beständigkeit, ruhige und umsichtige Kaderplanung sowie das Vertrauen in bewährte Strukturen, ohne sich der Weiterentwicklung zu verschließen. Nach dem Abschied von Eyub Erden wurden daher auch schon früh die Weichen für die Zukunft gestellt und mit Niklas Weißbrod ein neuer, junger Chef-Trainer engagiert, der „für frische Impulse, modernen Handball und die Weiterentwicklung einer jungen Mannschaft“ steht.

 

Man darf also mit Stolz auf das Vergangene und mit Zuversicht auf alles kommende blicken. Noch einmal werden die Schuhe geschnürt, die Bälle geharzt und letztmals wird um die Punkte gekämpft. Am Ende steht irgendetwas zwischen Vize-Meisterschaft und Platz 4 in den Büchern – vor allem aber der Rückblick auf eine geile Saison.

 

Vielen Dank an euch, ihr Eulenfrauen!!!

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